Auf der Thüringer Mobilitätskonferenz in Erfurt ist am 24. August 2026 ein Vorhaben für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt öffentlich präsentiert worden: Entlang des geplanten Radwegs zwischen Bad Blankenburg und Schwarza soll eine durchgehende Photovoltaik-Überdachung geprüft werden. Bad Blankenburgs Bürgermeister Thomas Schubert (CDU) nannte als grobe Länge bis zu sieben Kilometer. Konkrete Beschlüsse zur Realisierung wurden nicht gefasst.
Befürworter aus dem Umfeld des Radverkehrs betonen potenzielle Mehrfachnutzen. Vertreter des ADFC Thüringen und der Technikexperte Hannes Neupert verwiesen auf Stromerzeugung, Witterungsschutz für Radfahrende und die Möglichkeit, Wärme zu gewinnen. Einnahmen aus Energieverkauf könnten nach ihrer Darstellung laufende Unterhaltskosten mindern. Neupert schätzte, dass sich Investitionen unter günstigen Annahmen binnen rund zehn Jahren amortisieren ließen; er ging von einer Nutzungsdauer um 40 Jahre aus. Diese Angaben sind Einschätzungen aus der Veranstaltung und bedürfen belastbarer Gutachten.
Als technischer Referenzfall gilt ein Pilot in Freiburg im Breisgau: Dort wurde gemeinsam mit dem regionalen Energieversorger und dem Fraunhofer ISE ein mehrere hundert Meter langer, überdachter Radwegabschnitt mit Solarmodulen realisiert. Das Projekt dient als Beleg für Machbarkeit und Betriebserfahrungen, liefert jedoch keine direkten Aussagen zu Übertragbarkeit, Kostenstruktur und Genehmigungslage in Thüringen.
Für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt liegen Planungen und Förderanträge zum Rad- und Wanderwegebau vor, an die ein solarüberdachter Abschnitt anknüpfen könnte. Landrat Marko Wolfram (SPD) wird mit dem Hinweis zitiert, Erlöse aus Energie könnten laufende Kosten reduzieren. Konkrete Förderzusagen, eine Entscheidung zur Betreiberstruktur oder ein Zeitplan für Bau und Inbetriebnahme liegen nach Angaben von Beteiligten nicht vor.
Offen sind wesentliche Punkte der Umsetzung: Genehmigungsverfahren, Naturschutzauflagen, Eigentums- und Nutzungsrechte, Versicherungs- und Unterhaltsmodelle sowie der Anschluss an Wärme- und Stromnetze. Erforderlich sind daher detaillierte Wirtschaftlichkeits-, Umwelt- und Sicherheitsgutachten. Erst auf dieser Basis können finanzielle Tragfähigkeit und verkehrliche Wirkung bewertet und ein Baubeschluss vorbereitet werden. Die Beteiligten kündigten weitergehende Prüfungen an; über das weitere Vorgehen soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).