Bayern

Trockenheit bremst Pilzsaison in Bayern deutlich aus

Wegen ausbleibender Sommerniederschläge bleiben in vielen Regionen Bayerns Pilze rar; Behörden und Fachleute nennen ökologische Risiken und fordern Anpassungen im Wald.

In großen Teilen Bayerns fällt die Pilzsaison im Spätsommer 2026 mager aus. Nach übereinstimmenden Berichten von BR24 und dpa verhindern anhaltende Trockenheit und ungewöhnlich hohe Temperaturen die Bildung von Fruchtkörpern vieler Arten. Forstverwaltung und Fachleute beobachten, dass typische Sammelpilze wie Steinpilz und Pfifferling vielerorts kaum zu finden sind.

Agrarmeteorologische Auswertungen der Landesanstalt für Landwirtschaft zeigen für den Sommer ein deutliches Niederschlagsdefizit. Gewitter brachten nur örtlich Entlastung, flächendeckender Regen blieb weitgehend aus. Diese Bedingungen hemmen die Pilzbildung sowohl im Boden als auch an Holz, so die Einschätzung von Mykologen und Forstdiensten.

Die unmittelbaren Folgen sind bereits sichtbar: Pilzsuchende melden in zahlreichen Landesteilen leere Körbe, und regionale Märkte berichten von geringem Angebot. Aus dem Allgäu und aus Unterfranken liegen den Behörden zufolge ähnliche Rückmeldungen vor. Der Schwerpunkt der Warnungen richtet sich jedoch auf die Wälder selbst: Trockenstress schwächt Bäume, verändert den Zersetzungsprozess von Totholz und kann die Anfälligkeit gegenüber Schädlingen erhöhen. Pilze sind zentrale Akteure im Nährstoffkreislauf; bleibt ihre Aktivität witterungsbedingt wiederholt aus, verändert das langfristig die Artenzusammensetzung und Stoffflüsse in den Beständen.

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verweist in aktuellen Mitteilungen auf notwendige Anpassungen an veränderte Klimabedingungen. Genannt werden unter anderem standortgerechte Baumartenmischungen, ein verbessertes Totholzmanagement sowie Maßnahmen zur Wasserrückhaltung in Wäldern und Landschaft. Parallel läuft die waldkundliche Beobachtung, um Auswirkungen der Trockenheit auf Vitalität und Verjüngung systematisch zu erfassen.

Von einer endgültigen Bilanz für das Jahr 2026 sehen die Fachleute ab. Ein regenreicher Frühherbst könnte das Pilzaufkommen regional noch ankurbeln. Zugleich warnen sie davor, die Dürre als singuläres Ereignis zu deuten: Wiederholte Hitze- und Trockenphasen würden die ökologischen Funktionen der Pilze einschränken und die Stabilität trockengestresster Bestände weiter unter Druck setzen.

Für Pilzsammlerinnen und Pilzsammler ist der Sommer 2026 in Bayern bislang enttäuschend. Für die Waldpolitik ist er ein weiterer Anlass, Anpassungsmaßnahmen konsequent umzusetzen und die Resilienz der Wälder gegenüber Extremwetter zu stärken.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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