Umwelt

UBA veröffentlicht Studie zur wasserwirtschaftlichen Transformation in der Lausitz

Das Umweltbundesamt hat am 19. August 2026 eine 73-seitige Analyse zu Wasserbilanz, Grundwasser und Modellunsicherheiten nach dem Kohleausstieg in der Lausitz vorgelegt und ruft die Länder zu präziseren Konzepten auf.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat am 19. August 2026 die Studie „Wissenschaftliche Begleitung der wasserwirtschaftlichen Transformation des Kohleausstiegs in der Lausitz“ veröffentlicht. Der Bericht untersucht die Folgen des Kohleausstiegs für Grundwasserstände, Abflüsse und den langfristigen Landschaftswasserhaushalt und empfiehlt konkret, Messnetze zu verdichten, Modellansätze zu harmonisieren und Zuständigkeiten für die länderübergreifende Wasserzuteilung klar zu regeln.

Zentrales Ergebnis ist, dass ein stabiler Landschaftswasserhaushalt erst möglich wird, wenn die durch den Tagebau entstandenen Grundwasserdefizite ausgeglichen sind. Zur dafür erforderlichen Grundwasserneubildung vergleicht die Studie verschiedene Modellierungen und bezieht Klimaprojektionen ein. Die Autorinnen und Autoren betonen zugleich erhebliche Unsicherheiten: Klassische Messmethoden und Beobachtungsreihen seien für die spezifischen Bedingungen der Lausitz nur eingeschränkt belastbar, was die Validierung erschwere. Vor diesem Hintergrund warnt das UBA vor vorschnellen Entscheidungen ohne robuste Datengrundlage.

Die Veröffentlichung fügt sich in laufende länderübergreifende Arbeiten in Brandenburg, Sachsen und Berlin ein, die ein abgestimmtes wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für die Einzugsgebiete von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße erarbeiten. Ziel dieser Abstimmung ist es, Maßnahmen, Prioritäten und Verantwortlichkeiten von Behörden und Betreibern zusammenzuführen und aufeinander abzustimmen. Das UBA sieht sich dabei als fachliche Instanz; für die konkrete Sanierung bergbaubedingter Belastungen bleiben jedoch die Länder zuständig.

Als Konfliktfelder benennt die Studie mögliche Überleitungen aus dem Einzugsgebiet der Elbe sowie die Priorisierung zwischen konkurrierenden Nutzungen wie Trinkwassergewinnung, Landwirtschaft, Gewässerschutz und touristischer Entwicklung neuer Seenlandschaften. Umweltverbände haben frühere Untersuchungen kritisch begleitet und fordern umfassende Transparenz bei Daten und Szenarien. Mit der nun vorgelegten Publikation dürfte die Debatte über Reichweite, Notwendigkeit und zeitliche Staffelung möglicher Maßnahmen neuen Schwung erhalten.

Für die Praxis leitet das UBA drei Schwerpunkte ab: Erstens der Ausbau und die Modernisierung von Messnetzen zur besseren Erfassung der Grundwasserneubildung und Fließpfade; zweitens eine abgestimmte, modellgestützte Planung der Wasserzuteilung zwischen den Flusseinzugsgebieten; drittens klare, verlässliche Entscheidungsprozesse zwischen den beteiligten Ländern. Finanzierungs- und Umsetzungsentscheidungen müssen in diesem Rahmen weiterhin auf Länderebene getroffen werden. Der Bericht unterstreicht damit die Notwendigkeit, wissenschaftliche Evidenz, rechtliche Zuständigkeiten und praktische Wasserbewirtschaftung eng zu verzahnen, um die wasserwirtschaftliche Transformation der Lausitz dauerhaft tragfähig zu gestalten.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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