Hamburg

Umfrage: Jeder zweite Hamburger Polizist bereut Beruf, 74 Prozent erwägen Wechsel

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat Ergebnisse einer internen Befragung in Hamburg veröffentlicht: 54 Prozent der Teilnehmenden würden den Polizeiberuf nicht noch einmal wählen, 74 Prozent denken an einen Wechsel in ein anderes Bundesland.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft Hamburg hat am 15. Oktober 2026 Ergebnisse einer internen Befragung veröffentlicht, die auf erhebliche Unzufriedenheit in der Polizei Hamburg hindeuten. Demnach gaben 54,0 Prozent der Teilnehmenden an, sie würden die Laufbahn bei der Polizei nicht erneut ergreifen. 74,0 Prozent erklärten, sie erwögen einen Wechsel in ein anderes Bundesland. Die Erhebung lief nach Angaben der Gewerkschaft von Ende Juli bis Ende August 2026 und erzielte eine Rücklaufquote von 21,47 Prozent der Beschäftigten bei der Polizei Hamburg.

Die Gewerkschaft ordnet die Resultate als repräsentative interne Bestandsaufnahme der Mitarbeitermotivation ein. Externe Prüfungen zur Methodik und Aussagekraft liegen bislang nicht vor. Der Norddeutsche Rundfunk berichtete am Mittwoch über die Zahlen. Aus der Befragung leitet die Deutsche Polizeigewerkschaft Handlungsfelder ab, darunter Arbeitsbelastung, personelle Engpässe, fehlende Wertschätzung durch die Politik und Fragen der Führungskultur. Konkrete Einzelangaben zu den Belastungsstrukturen stammen aus der Gewerkschaftskommunikation und sind als deren Bewertung zu verstehen.

Die Ergebnisse sind für die Personalplanung in Hamburg relevant, zumal die Polizei bundesweit um Nachwuchs konkurriert. Frühere Berichte und Untersuchungen, unter anderem an der Akademie der Polizei Hamburg, hatten bereits auf einen hohen Aufgabenmix und zusätzliche Belastungen hingewiesen. Diese Befunde bieten Kontext, ersetzen aber keine unabhängige Auswertung der aktuellen Gewerkschaftsbefragung. Aussagen über Ursachenketten oder über den Umfang einer möglichen Abwanderung bleiben ohne weitere Daten unsicher.

Politisch richtet sich der Blick auf den Hamburgischen Senat und die Innenbehörde. Zuständige Stellen müssten nun prüfen, inwieweit Arbeitsorganisation, Personalstärke, Fortbildung und Führung angepasst werden können, um die Bindung der Beschäftigten zu stärken. Ebenso sinnvoll wäre die Veröffentlichung detaillierterer Angaben zur Stichprobe, zu Frageformulierungen und zur Zusammensetzung der Antwortenden, um Reichweite und Verzerrungen der Ergebnisse belastbar zu beurteilen.

Bis zu einer solchen Klärung lässt die Befragung einen deutlichen Stimmungsbefund erkennen: Viele Polizistinnen und Polizisten in Hamburg zweifeln an ihrer beruflichen Perspektive innerhalb der Stadt. Welche Konsequenzen Verwaltung und Politik daraus ziehen, ist offen. Fest steht, dass die Polizei Hamburg in einem engen Arbeitsmarkt agiert und externe Wechseloptionen für erfahrene Kräfte bestehen. Der Befund erhöht damit den Druck, Strukturen und Ressourcen so auszurichten, dass Einsatzbereitschaft und Verbleib langfristig gesichert werden können.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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