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Unerwartet viele prähistorische Funde bei Grabungen in Singen

Archäologen melden aus Singen deutlich mehr prähistorische Spuren als angenommen. Die Funde von der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit haben Folgen für laufende Bauplanungen.

In Singen haben aktuelle Voruntersuchungen und Ausgrabungen deutlich mehr prähistorische Spuren zutage gefördert als erwartet. Nach Angaben der Kreisarchäologie Konstanz und des Archäologischen Hegau-Museums wurden an mehreren Stellen der Stadt Reste von Wohnpfosten, Pfostengruben, Vorratsgruben sowie mindestens ein Grab mit Beigaben aus der Frühbronzezeit freigelegt. Die Eingriffe stehen im Zusammenhang mit Bauvorhaben und wissenschaftlichen Sondierungen seit 2024, unter anderem in der Nordstadt und im Ortsteil Bohlingen.

Der Fund eines bronzezeitlichen Grabes in Bohlingen war bereits 2025 lokal bekannt geworden. Die nun dokumentierten Befunde verdichten das Bild einer dauerhaften Besiedlung der Aachniederung vom Neolithikum bis in die Eisenzeit. Vor Ort geborgene Keramikscherben, Holzkohlelagen und organische Reste sollen derzeit im Labor konserviert und ausgewertet werden. Konkrete Datierungen stehen noch aus; erste fachliche Zuordnungen reichen von der Jungsteinzeit über die Bronzezeit bis zur Latènezeit. Die Institutionen betonen, dass belastbare Aussagen zu Alter und Funktion einzelner Strukturen erst nach Abschluss der Analysen möglich sind.

Die Stadtverwaltung Singen verweist angesichts der Fundlage auf die Pflicht, geplante Erdarbeiten frühzeitig der Denkmalpflege zu melden. In laufenden Verfahren seien Bauabschnitte bereits umgeplant worden, um bedeutendere Befunde fachgerecht zu dokumentieren oder im Boden zu erhalten. Teil der Baugenehmigungen bleibt die archäologische Begleitung, einschließlich Dokumentation, Restaurierung und wissenschaftlicher Auswertung. Dies erfordere zusätzliche Zeitfenster und Budgets, die mit den Vorhabenträgern abzustimmen sind.

Für die regionale Forschung im Hegau liefern die Ergebnisse neue Anhaltspunkte zur Siedlungsgeschichte im westlichen Bodenseegebiet. Das Archäologische Hegau-Museum plant, ausgewählte Funde und Erkenntnisse in sein laufendes Jubiläumsprogramm und in künftige Ausstellungen einzubinden. Die Kreisarchäologie Konstanz kündigt weitere Sondagen an und will die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege vertiefen, um Untersuchungsflächen systematisch zu priorisieren.

Die gemeldeten Funde und Folgen für die Planung beruhen auf Mitteilungen der beteiligten Institutionen. Offene Punkte betreffen insbesondere die genaue Datierung einzelner Befunde und die Interpretation möglicher Siedlungsphasen; entsprechende Ergebnisse werden nach Abschluss der Auswertungen erwartet.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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