Das Landgericht Verden wird den Mordprozess zum Tötungsdelikt aus Nienburg in einer umgebauten Reithalle im Verdener Stadtteil Eitze verhandeln. Der Beginn der Hauptverhandlung ist nach Angaben des Gerichts für Ende Oktober 2026 vorgesehen. Die Verlegung begründet die Justiz mit dem zu erwartenden großen öffentlichen Interesse sowie erweiterten Sicherheits- und Platzanforderungen, die im regulären Gerichtsgebäude nicht zu erfüllen seien.
Der Fall betrifft eine tödliche Gewalttat in Nienburg aus dem Mai 2025. Dem Angeklagten wird Mord zur Last gelegt. Das Landgericht Verden kündigte an, Terminablauf, Zahl der Sitzungstage und Akkreditierungsmodalitäten für Medien und Öffentlichkeit gesondert zu veröffentlichen. In den Räumen gelten die üblichen Gerichtsvorschriften, einschließlich Fotografier- und Filmverbot.
Die frühere Reithalle in Eitze war bereits für ein Großverfahren hergerichtet worden und bietet erweiterte Sicherheitszonen, separate Zugänge und Platz für zahlreiche Verfahrensbeteiligte und Besucher. Zuletzt wurde sie für das Verfahren gegen Daniela Klette genutzt. Nach Recherchen regionaler Medien verursacht die Nutzung erhebliche Zusatzkosten; die Kreiszeitung Verden berichtet von monatlich rund 151.000 Euro. Das Land Niedersachsen trägt die Ausgaben, die Justiz bewertet sie als notwendig zur Gewährleistung eines sicheren und geordneten Prozessverlaufs.
Die Entscheidung für den externen Gerichtssaal knüpft an Erfahrungen aus früheren Großverfahren an. Damals wurden umfangreiche Einlasskontrollen organisiert, Verkehrswege rund um die Halle angepasst und gesonderte Bereiche für Presse und Öffentlichkeit eingerichtet. Auch für den anstehenden Prozess kündigten die Behörden eine enge Abstimmung mit der Polizei in Verden an, um An- und Abreise der Beteiligten sowie den Publikumsverkehr zu steuern.
Offene Punkte betreffen vor allem die Detailplanung: Das Gericht hält sich zur Beweisaufnahme und zur voraussichtlichen Dauer der Hauptverhandlung bedeckt und verweist auf den Verlauf des Verfahrens. Medienberichte sprechen von einem hohen logistischen Aufwand, während die Justiz den Schritt als präventive Maßnahme für einen störungsfreien Prozess begründet. Prognosen über den Ausgang werden nicht abgegeben.
Mit der Verlegung schafft das Landgericht Verden Klarheit über den Verhandlungsort und gibt den Beteiligten Planungssicherheit. Für die Region Niedersachsen bedeutet der erneute Einsatz der Reithalle zugleich eine Fortführung des erprobten Großverfahrens-Modells, das Kapazität, Sicherheit und Öffentlichkeit unter einem Dach verbinden soll.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).