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Verzögerter Netzausbau verteuert Strom: Bund senkt Netzentgelte, SuedLink hängt hinterher

Recherchen vom 15. Oktober 2026 zeigen: Der stockende Nord‑Süd‑Netzausbau treibt Netzentgelte, die Bundesregierung plant einen Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro.

Der stockende Ausbau der Stromleitungen von Norddeutschland nach Süddeutschland treibt die Übertragungsnetzentgelte spürbar in die Höhe. Nach übereinstimmenden Berichten vom 15. Oktober 2026 bleiben zentrale Trassen des Bundesbedarfsplans hinter dem Zeitplan zurück; insbesondere das Gleichstromprojekt SuedLink ist noch nicht in Betrieb. Die Bundesregierung will die Belastung der Haushalte kurzfristig mit einem Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds dämpfen. An den strukturellen Ursachen – fehlende Leitungskapazitäten und teurer Betriebsausgleich – ändert das jedoch nichts.

Die Folgen des Engpasses sind seit Jahren sichtbar: Weil Windstrom im Norden nicht vollständig abgeleitet werden kann, ordnen Netzbetreiber verstärkt Redispatch an. Erzeugung in windreichen Regionen wird gedrosselt, während in Süddeutschland Ersatzleistung zugeschaltet werden muss. Diese Ausgleichsmaßnahmen und Entschädigungen fließen in die Übertragungsnetzentgelte ein und verteuern so den Strombezug für private Haushalte und Unternehmen.

Als Engpassprojekte gelten neben SuedLink weitere im Bundesbedarfsplan verankerte Verbindungen, deren Umsetzung am Energieleitungsausbaugesetz, an aufwendigen Planfeststellungsverfahren und am langwierigen Streit über Erdkabel oder Freileitungen hängt. Netzbetreiber wie TenneT, Amprion und TransnetBW verweisen auf komplexe Genehmigungen und Akzeptanzfragen vor Ort. Die Bundesnetzagentur bestätigt, dass Verzögerungen den Bedarf an Redispatch und Netzreserve erhöhen und so systemisch Kosten verursachen.

Ökonomische Schätzungen, die in den aktuellen Berichten genannt werden, beziffern den vermeidbaren Mehraufwand auf mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr, wenn zentrale Nord‑Süd‑Trassen früher verfügbar gewesen wären. Es handelt sich um Modellrechnungen; sie illustrieren jedoch die Größenordnung der volkswirtschaftlichen Verluste durch unzureichende Transportkapazitäten.

Politisch verschiebt sich die Debatte erneut: Eine stärkere Gewichtung von Freileitungen könnte Bauzeiten und Kosten reduzieren, verschärft aber Konflikte über Landschaftsbild und Anwohnerinteressen. Technisch bleibt die Priorität eindeutig: Erst zusätzliche Leitungskapazität kann die Abregelung von Windparks mindern, den Bedarf an teurem Ausgleichsstrom senken und die Netzentgelte nachhaltig stabilisieren. Der nun avisierte Zuschuss aus dem Klima- und Transformationsfonds entlastet zwar kurzfristig die Endkunden, ersetzt aber nicht den beschleunigten Leitungsbau entlang der prioritären Korridore.

Die genannten Angaben stützen sich auf öffentliche Verlautbarungen der Bundesregierung, aktuelle Auswertungen des NDR sowie Einordnungen der Bundesnetzagentur und der Übertragungsnetzbetreiber. Konkrete Fertigstellungstermine für einzelne Projekte liegen in der Verantwortung der jeweiligen Unternehmen und der Genehmigungsbehörden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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