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Viele neue Rechenzentren in Deutschland: Großteil der Projekte unter ausländischer Kontrolle

Eine Auswertung von NDR und Süddeutscher Zeitung nennt 99 geplante oder im Bau befindliche Rechenzentren in Deutschland; mehr als ein Drittel wird von Anbietern außerhalb der Europäischen Union verantwortet. Politik und Behörden fordern mehr…

Kurzmeldung

Eine gemeinsame Auswertung von NDR und Süddeutscher Zeitung dokumentiert aktuell 99 große Rechenzentrumsprojekte in Deutschland, von denen 41 bereits im Bau sind. Nach den vorliegenden Angaben stammen mindestens 36 Vorhaben von Unternehmen mit Sitz außerhalb der Europäischen Union; ein Großteil dieser Projekte wird Unternehmen aus den Vereinigten Staaten zugeschrieben. Regionale Schwerpunkte sind dem Bericht zufolge die Rhein-Main-Region rund um Frankfurt am Main, Berlin, Teile Nordrhein-Westfalens sowie Standorte in Norddeutschland.

Der Befund belebt die Debatte um digitale Souveränität. Die Bundesregierung hat eine nationale Rechenzentrumsstrategie vorgelegt, die Ausbau, Effizienz und Standortqualität verbinden soll. In diesem Kontext fordern das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur verlässlichere Angaben zu Eigentumsverhältnissen, Energiebedarf, Netzanschlüssen und Kühlungsanforderungen. Ein zentrales Instrument soll ein Rechenzentrumsregister liefern, das Transparenz über Planung, Kapazität und Betreiberstrukturen schafft.

Neben infrastrukturellen Fragen rückt auch die Rechtslage in den Blick: Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass bei Kontrolle durch Drittstaaten nationale Rechtsakte wie der US CLOUD Act Zugriffspflichten begründen können. Technische Gegenmaßnahmen – verschlüsselte Datenhaltung, Datenlokalisierung, hybride Betriebsmodelle und geteilte Verwaltungsrechte – mindern Risiken, lösen die rechtlichen Unsicherheiten aber nicht vollständig.

Wirtschaftsverbände und Kommunen benennen konkrete Anforderungen: verbindliche Vorgaben zur Abwärmenutzung, zur Netzverträglichkeit sowie belastbare Konzepte zum Wasserhaushalt. Zugleich wird diskutiert, öffentliche Aufträge und kritische Infrastrukturen gezielt so zu gestalten, dass europäische und deutsche Anbieter gestärkt werden.

Unstrittig ist, dass der Bedarf an Rechenkapazität durch Cloud-Dienste und Künstliche Intelligenz deutlich steigt. Daraus ergeben sich Zielkonflikte zwischen schneller Kapazitätserweiterung, Klimaschutzzielen und lokaler Akzeptanz, die in Genehmigungsverfahren und der Raumordnung vor Ort entschieden werden müssen. Die Berichterstattung von NDR und Süddeutscher Zeitung liefert den aktuellen Anlass für diese politische Einordnung.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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