Aktuell

ZDF-Sommerinterview: Weidel bekräftigt Forderung nach Ausstieg aus Euro und Schengen

AfD-Chefin Alice Weidel hat im ZDF-Sommerinterview den Ausstieg Deutschlands aus Euro und Schengen sowie „Grenzen zumachen“ als Ziel ihrer Partei bekräftigt. Die Aussagen stoßen parteiübergreifend auf Widerspruch und werfen rechtliche wie ökonomische Fragen auf.

Alice Weidel hat im ZDF-Sommerinterview am 23. August 2026 bekräftigt, die AfD strebe im Fall von Regierungsverantwortung einen deutschen Ausstieg aus dem Euro und dem Schengen-Abkommen an. Zugleich sprach die AfD-Bundesvorsitzende davon, die deutschen Grenzen „zuzumachen“. Die Äußerungen lösten umgehend Kritik aus anderen Parteien aus und befeuerten eine Debatte über verfassungs-, europa- und wirtschaftspolitische Konsequenzen.

Das Gespräch wurde in der ZDF-Sendung Berlin direkt ausgestrahlt. Weidel stellte die Forderungen als zentrale Linien der AfD dar und verband sie mit einer deutlichen Verschärfung der Grenzkontrollen. Medien wie der Deutschlandfunk und das ZDF griffen die Aussagen noch am Abend auf und ordneten sie ein.

Rechtlich ist ein isolierter Ausstieg aus dem Euro in den EU-Verträgen nicht ausdrücklich vorgesehen. Juristisch diskutiert werden Szenarien, die entweder eine Änderung der Verträge oder einen Austritt aus der EU nach Artikel 50 EUV erfordern würden. Ein solcher Schritt hätte weitreichende Folgen für Finanzmärkte, den Zahlungsverkehr und bestehende Verträge, bis hin zur Frage der Umstellung von Anlagen und Schulden. Ökonominnen und Ökonomen warnen in vergleichbaren Debatten regelmäßig vor Wechselkurs- und Rechtssicherheitsrisiken.

Auch ein Rückzug aus dem Schengen-Abkommen wäre kein rein nationaler Akt. Der Schengener Grenzkodex erlaubt Mitgliedstaaten zwar befristete, begründete Grenzkontrollen aus Gründen der inneren Sicherheit. Eine generelle und auf Dauer angelegte Schließung der Binnengrenzen ist damit jedoch nicht gedeckt und würde europäische Freizügigkeitsrechte sowie den Warenverkehr empfindlich treffen. Praktisch wäre zudem Personal, Infrastruktur und Abstimmung mit Nachbarstaaten nötig, um stationäre Kontrollen in großem Umfang umzusetzen.

Politisch knüpfen Weidels Aussagen an lang bekannte EU-kritische Positionen der AfD an. Parteien aus Regierung und Opposition wiesen die Forderungen als schädlich oder rechtlich nicht tragfähig zurück; zugleich verweisen Befürworter strikterer Migrationseindämmung auf bestehende Spielräume für temporäre Kontrollen im Rahmen des Schengen-Systems. Konkrete Fahrpläne oder belastbare Kostenschätzungen für die von der AfD genannten Schritte liegen nicht vor.

Das ZDF-Sommerinterview markiert damit einen neuen Aufschlag in der Diskussion über Deutschlands Kurs in der EU. In den kommenden Tagen ist mit weiterer Einordnung durch Fachleute und politischer Auseinandersetzung zu rechnen, insbesondere zu den juristischen Hürden eines Euro- und Schengen-Ausstiegs und den möglichen wirtschaftlichen Folgewirkungen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk