In den vier deutschen Millionenstädten sind die Angebotspreise für Zimmer in Wohngemeinschaften spürbar gestiegen. Das geht aus einer am 19. September 2026 veröffentlichten Auswertung des Moses-Mendelssohn-Instituts in Kooperation mit WG-Gesucht hervor. Bundesweit blieb das Preisniveau demnach weitgehend stabil, der nach Studierenden gewichtete Median liegt bei rund 505 Euro Warmmiete.
Die Differenz zwischen den Metropolen und anderen Hochschulorten bleibt groß. München verzeichnet laut Auswertung die höchsten Medianpreise für WG-Zimmer, gefolgt von Berlin, Hamburg und Köln. In allen vier Städten liegen die Werte deutlich über dem Bundesdurchschnitt, während viele mittelgroße Standorte keine oder nur geringe Zuwächse zeigen. Erfasst wurden standardisierte Inserate für unbefristete Zimmer in kleineren Wohngemeinschaften (zwei bis drei Personen). Das Institut betont, dass es sich um Angebotsdaten handelt, die sich von tatsächlich abgeschlossenen Mietverträgen unterscheiden können, aber als robuster Indikator für die Erschwinglichkeit gelten.
Die Entwicklungen treffen vor allem Studierende und Auszubildende zum Semesterstart. Nach Einschätzung des Moses-Mendelssohn-Instituts reicht die derzeitige BAföG-Wohnkostenpauschale in der Mehrheit der untersuchten Städte nicht aus, um die Warmmiete eines typischen WG-Zimmers zu decken. Das Institut plädiert daher für eine Anpassung der Pauschale sowie den Ausbau budgetorientierter Wohnangebote. Als Beispiele nennt es Programme wie Junges Wohnen und eine stärkere Förderung von Studierendenwohnheimen.
Kurzfristig erhöht der Semesterbeginn den Druck auf Wohnungssuchende: Mehr Nachfrage trifft in den Großstädten auf ein knappes Angebot, was laut Auswertung zusätzliche Preisspitzen begünstigen kann. Mittel- bis langfristig verweist das Institut auf strukturelle Engpässe in stark nachgefragten Lagen. Diese würden politische Antworten bei Neubau, sozialer Förderung und einer verlässlichen Ausgestaltung bestehender Instrumente erforderlich machen. Zugleich zeigt die konstante Entwicklung in vielen mittleren Hochschulstädten, dass regionale Entlastungen möglich sind, sofern ausreichend bezahlbarer Wohnraum verfügbar wird.
Die Auswertung ordnet sich in eine Reihe jüngerer Befunde zum studentischen Wohnungsmarkt ein. Neben der Preisentwicklung hebt sie methodische Grenzen hervor: Inserate spiegeln Erwartungen der Anbietenden wider und reagieren rasch auf Nachfrageänderungen; sie sind kein Ersatz für Vertragsdaten, erlauben aber zeitnahe Trendaussagen. Für weitere Details zu Städten, Methodik und Definitionen verweist das Moses-Mendelssohn-Institut auf die veröffentlichte Datenauswertung.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).