Bayern

Arrow-Radar im Ostallgäu: Bundeswehr plant Sensor, Bürger protestieren

Im Königsberger Forst bei Friesenried soll ein Radarsensor des Arrow-Systems entstehen. Eine Bürgerinitiative fordert Transparenz zu Natur-, Sicherheits- und Planungsfragen.

Die Bundeswehr plant im Königsberger Forst bei Friesenried im Ostallgäu den Bau eines Radarsensors für das Raketenabwehrsystem Arrow. Vor Ort formiert sich Widerstand: Eine Bürgerinitiative verlangt belastbare Informationen zu Natur- und Landschaftseingriffen sowie zu Sicherheitsfragen. Nach Angaben der beteiligten Stellen und lokaler Berichte ist die Anhöhe im Königsberger Forst als Standort vorgesehen; der Sensor soll unter einer etwa zwölf Meter hohen Schutzkuppel betrieben werden. In Planungsunterlagen wird das Vorhaben als „Sensor Süd“ geführt. Parallel ist in Kaufbeuren ein weiteres Modul vorgesehen.

Vertreter der Bundeswehr und der Bayerischen Staatsregierung begründen die Stationierung mit der aktuellen Sicherheitslage und der Stärkung der Luft- und Raketenabwehr. Das Vorhaben ist Teil des Arrow Weapon System for Germany, das laut Bundeswehr eine Frühwarnung und die Bekämpfung anfliegender Raketen außerhalb der Erdatmosphäre ermöglichen soll. Nach Bundeswehrangaben wurde im Dezember 2025 eine erste Anfangsbefähigung erreicht; die Standorte in Bayern sind als Bausteine eines überregionalen Verbunds mit durchgehendem Betrieb geplant.

Die Bürgerinitiative in Friesenried kritisiert angekündigte Rodungen, mögliche Auswirkungen auf Habitate und das Landschaftsbild sowie offene Punkte beim Lärm- und Strahlenschutz. Sie fordert eine frühzeitige und nachvollziehbare Beteiligung der Gemeinde. Sprecherinnen und Sprecher der zuständigen Behörden kündigten Informationsgespräche an. Konkrete Zeitpläne, Bauabläufe und die Größe der Eingriffsflächen für den Königsberger Forst sind in öffentlichen Verlautbarungen bislang nur teilweise benannt.

Rechtlich sind für derartige Vorhaben naturschutz- und bauplanungsrechtliche Prüfungen erforderlich. Je nach Ausgestaltung kommen Umweltverträglichkeitsprüfungen, artenschutzrechtliche Bewertungen und Ausgleichsmaßnahmen in Betracht. Zuständig sind der Bund und die Bundeswehr in Abstimmung mit den Behörden von Bayern und den Kommunen.

Tatsachen und Bewertungen sind zu unterscheiden: Fest steht, dass die Bundeswehr die Standorte in Schwaben vorbereitet und die technische Notwendigkeit betont. Dagegen sehen Anwohner und Naturschutzakteure vor allem lokale Risiken und fordern belastbare Daten zu Umwelteinwirkungen sowie klare Zusagen zur Transparenz. Wie schnell das Projekt vorankommt, hängt von den Ergebnissen der Prüfverfahren, möglichen Einwendungen und dem Dialog zwischen Gemeinden, Landesbehörden und der Bundeswehr ab. (Stand: 7. September 2026)

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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