Mit dem heutigen Beginn des Ausbildungsjahres berichten zahlreiche Handwerkskammern in Deutschland von mehr neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen als im Vorjahr. Auffällig ist der Zulauf zu Gewerken mit Energiebedeutung wie dem Dachdeckerhandwerk. Regionale Kammern nennen steigende Bewerberzahlen, zugleich bleiben in einzelnen Berufen weiterhin Lehrstellen unbesetzt.
Belastbare Bundeszahlen liegen am ersten September traditionell noch nicht vor. Das Bundesinstitut für Berufsbildung veröffentlicht die endgültige Bilanz mit zeitlicher Verzögerung; die Bundesagentur für Arbeit liefert bis dahin die monatlich aktualisierte Lage am Ausbildungsmarkt. Aus diesen Vorabmeldungen und den Rückmeldungen aus den Regionen ergibt sich für den Starttag ein Bild: Das Handwerk gewinnt Bewerberinnen und Bewerber zurück, ohne dass der Fachkräftemangel schon überwunden wäre.
Mehrere Kammern verweisen auf ein leichtes Plus gegenüber 2025 und auf einen weiterhin hohen Bedarf in Betrieben. So berichten die Handwerkskammer Freiburg, die Handwerkskammer Potsdam, die Handwerkskammer Leipzig, die Handwerkskammer Erfurt und die Handwerkskammer Hannover von Zuwächsen bei Neuverträgen und zugleich offenen Stellen in einzelnen Gewerken. BR24 rückt den Trend „Rauf aufs Dach statt in die Uni“ in den Fokus; auch der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks bestätigt ein anhaltend starkes Interesse am Beruf.
Organisatorisch ist die Lage eindeutig verteilt: Ausbildungsverträge werden von Betrieben und Jugendlichen geschlossen und bei den jeweils zuständigen Kammern eingetragen. Die Kammern überwachen die Qualität der betrieblichen Ausbildung und nehmen in vielen Gewerken die Prüfungen ab. Parallel erfasst die Bundesagentur für Arbeit die gemeldeten Stellen und Bewerber und ermöglicht so eine monatliche Einschätzung des Matchings am Ausbildungsmarkt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung bündelt anschließend die Kammerdaten und wertet sie für die bundesweite Trendbeschreibung aus.
Der Zulauf zu Berufen mit Energiebedeutung wird von den Kammern mit klarer kommunizierten Vergütungen, stabilen Beschäftigungsperspektiven und einer offensiveren Berufsorientierung begründet. Beim Dachdeckerhandwerk kommen energetische Sanierung und Photovoltaik als Nachfragefelder hinzu. Gleichwohl verläuft die Besetzung nicht überall gleich: In Ballungsräumen konkurriert die duale Ausbildung stärker mit dem Studium, in ländlichen Regionen sind passende Stellen oft früher belegt. Üblich sind zudem Nachvermittlungen bis in den Herbst, sodass Nachzügler noch einsteigen können.
Die bundesweite Einordnung bleibt Aufgabe der offiziellen Statistik in den kommenden Wochen. Festzuhalten ist zum Starttag: Aus mehreren Regionen wird ein Zuwachs an Ausbildungsverträgen im Handwerk gemeldet, besonders im Dachdeckerhandwerk.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).