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Busverkehr Schleswig-Holsteins: Vierte Tarifrunde startet, Warnstreiks möglich

Nach drei ergebnislosen Gesprächen verhandeln ver.di und Arbeitgeber heute erneut. Beide Seiten bleiben bei Löhnen und Sonderzahlung weit auseinander; ver.di hält weitere Warnstreiks offen.

In Schleswig-Holstein beginnt heute die vierte Verhandlungsrunde im Tarifstreit des kommunalen Busverkehrs. Nach drei ergebnislosen Terminen beraten ver.di und die Arbeitgeber erneut über Löhne und Zulagen. Die Gewerkschaft stellt weitere Warnstreiks in Aussicht, falls auch dieser Anlauf ohne Fortschritt endet. Arbeitgeber warnten im Vorfeld vor erneuten Fahrtausfällen im Öffentlichen Nahverkehr.

Die Verhandlungen waren Ende der vergangenen Runde auf den 29. September 2026 vertagt worden. Nach Angaben von ver.di geht es zentral um höhere Tabellenentgelte und eine zusätzliche Zahlung von 650 Euro pro Jahr. Die Arbeitgeberseite, vertreten unter anderem durch den Kommunalen Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein und regionale Verkehrsbetriebe, hält die Forderungen für überzogen. Sie verweist auf enge kommunale Budgets sowie laufende Investitionen in Energie- und Flottenumstellungen, etwa in Richtung elektrische Antriebe. Eine Bevorzugung einzelner Beschäftigtengruppen lehnen Arbeitgebervertreter ab.

In den vergangenen Wochen kam es bereits zu Arbeitsniederlegungen, die vielerorts zu erheblichen Einschränkungen führten. Betroffen waren Linien in Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster und im Kreis Plön. Die KVG Kiel bestätigte, dass die vierte Runde für heute anberaumt wurde. Ver.di begründet den Druck mit gestiegenen Lebenshaltungskosten und anhaltenden Personalengpässen im Fahrdienst, die nach Darstellung der Gewerkschaft nur mit besseren Bedingungen zu beheben seien.

Ob es in der aktuellen Sitzung zu einer Annäherung kommt, ist offen. Von einer Vermittlungslösung ist bislang nicht die Rede. Die ver.di-Tarifkommission will nach eigenen Angaben kurzfristig über weitere Schritte entscheiden, sollte kein verhandlungsfähiger Kompromiss entstehen. Als mögliches Szenario nennt die Gewerkschaft mehrtägige Warnstreiks. Arbeitgeber warnen vor nachhaltigen Auswirkungen für Pendlerinnen und Pendler sowie den Schülerverkehr, sollte es zu längeren Ausständen kommen.

Der Tarifkonflikt reiht sich in mehrere laufende Runden im Verkehrssektor ein, die wegen Inflation, Fachkräftemangel und Investitionsdruck besonders hart geführt werden. Für Fahrgäste in Schleswig-Holstein bleibt entscheidend, ob die Verhandlungsparteien heute zumindest Eckpunkte für eine Einigung festlegen. Andernfalls drohen kurzfristige Ausfälle im Öffentlichen Nahverkehr – je nach Umfang möglicher Arbeitskampfmaßnahmen in den kommenden Tagen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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