Das Statistische Bundesamt hat am 1. September 2026 neue Ergebnisse zur Einkommenslage von Ruheständlerhaushalten veröffentlicht. Demnach verfügten Haushalte, in denen ausschließlich Personen im Ruhestand ab 65 Jahren leben, im Berichtsjahr 2025 im Median über 2 330 Euro Haushaltsnettoeinkommen pro Monat. In Ostdeutschland einschließlich Berlin lag der Median bei 2 270 Euro, in Westdeutschland bei 2 350 Euro.
Der Median kennzeichnet den Wert, bei dem die eine Hälfte der betrachteten Haushalte weniger und die andere Hälfte mehr Einkommen hat. Es handelt sich nicht um einen Durchschnittswert. Der Befund zeigt eine weiterhin bestehende, wenn auch vergleichsweise geringe Einkommenslücke zwischen Ost und West. Regionale Unterschiede können unter anderem mit Erwerbsbiografien, Rentenrecht und Vermögensbildung zusammenhängen. Eine Ursachenanalyse nimmt die Statistik nicht vor; die Einordnung obliegt der Fachdebatte.
Die Angaben beruhen auf der europäischen Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), die von Destatis für Deutschland ausgewertet wird. Erfasst werden Haushalts- und Personendaten, die für das Jahr 2025 repräsentative Aussagen erlauben. Methodisch ist zu beachten, dass das Haushaltsnettoeinkommen sämtliche laufenden Einnahmen nach Steuern und Sozialabgaben umfasst. Unterschiede zwischen Median und arithmetischem Mittel sowie zwischen Haushalts- und personenbezogenen Kennziffern sollten bei Vergleichen berücksichtigt werden.
Für die politische Bewertung verweisen Fachleute regelmäßig darauf, dass mediane Haushaltswerte die Streuung am unteren Rand nur begrenzt abbilden. In früheren Veröffentlichungen hat Destatis Anteile von Personen ausgewiesen, deren Einkommen unter Armutsrisikoschwellen liegt, die häufig bei 60 Prozent des medianen bedarfsgewichteten Äquivalenzeinkommens angesetzt werden. Zugleich leben viele Ruheständler in selbstgenutztem Wohneigentum, was Ausgaben für Miete reduziert und die verfügbare Liquidität beeinflussen kann. Solche Faktoren sind bei Aussagen zu Lebensverhältnissen im Alter mitzudenken, liegen aber nicht im Fokus der hier berichteten Kennzahl.
Destatis kündigt an, detaillierte Aufschlüsselungen nach Haushaltstypen, Einkommensarten und Regionen in den zugehörigen Tabellen schrittweise zu veröffentlichen. Vergleiche mit Vorjahren sind aufgrund möglicher methodischer Anpassungen und Stichprobenfehler mit Vorsicht zu interpretieren. Der heutige Befund gibt einen aktualisierten Überblick zur finanziellen Lage von Ruheständlerhaushalten in Deutschland und setzt die Reihe der EU-SILC-Auswertungen fort.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).