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Dresdner Stadtrat entscheidet heute über Planung für neue Carolabrücke

Der Stadtrat wählt das Team für die nächste Planungsstufe. Fachgremium empfiehlt LAP mit Knight Architects, bei carolaVOTE lag FHECOR/TSSB vorn.

Der Dresdner Stadtrat entscheidet heute in öffentlicher Sitzung über die Vergabe der Planungsleistungen für den Ersatzneubau der Carolabrücke. Aus vier verbliebenen Entwürfen soll das Team für die sogenannte Planungsstufe 2 ausgewählt werden. Nach dem Beschluss könnte der Auftrag voraussichtlich Ende September 2026 erteilt werden. Die Weichenstellung betrifft Zeitplan, Kostenrahmen und die städtebauliche Einbindung der Elbquerung.

Ausgangspunkt ist der Teileinsturz des Brückenzugs C am 11. September 2024. Die Stadt leitete anschließend ein europaweites Auswahlverfahren ein, das fachliche Begutachtungen und eine Bürgerbeteiligung unter dem Titel carolaVOTE kombinierte. Das Begleitgremium sprach sich Mitte August 2026 mit knapper Mehrheit für den Entwurf der Planergemeinschaft LAP mit Knight Architects aus. In der städtischen Online-Beteiligung erhielt hingegen die Arbeitsgemeinschaft FHECOR/TSSB die meisten Stimmen. Beide Voten sind nicht bindend, bilden aber die maßgebliche Entscheidungsgrundlage für den Dresdner Stadtrat.

Die Stadtverwaltung und das Baudezernat verweisen auf die Notwendigkeit einer zügigen und rechtssicheren Entscheidung. Unterschiede zwischen den Entwürfen – etwa bei der Brückenbreite, bei Sichtachsen zum Venezianischen Haus oder bei verkehrsplanerischen Vorgaben – könnten sich auf Genehmigungen, Bauablauf und Kosten auswirken. Kritische Stimmen, darunter die Gesellschaft Historischer Neumarkt, fordern präzisere Auflagen zum Schutz des historischen Stadtraums und zur Gestaltung des Brückenumfelds.

Rechtlich ist der Stadtrat nicht an die Empfehlung des Begleitgremiums gebunden. Ein Beschluss zugunsten des fachlich priorisierten Vorschlags könnte die weitere Planung beschleunigen, während eine andere Wahl zusätzliche Prüfungen und mögliche Verzögerungen nach sich ziehen dürfte. Die Verwaltung betont, dass carolaVOTE ein Stimmungsbild der Bürgerschaft abbildet, während das Begleitgremium die Entwürfe nach fachlichen Kriterien sortiert hat.

Unabhängig vom Ergebnis bleiben zentrale Schritte vor dem Baubeginn zu bewältigen: die Vertiefung des gewählten Entwurfs in der Planungsstufe 2, Umwelt- und Verkehrsprüfungen, die Ausarbeitung der Genehmigungsunterlagen sowie die Klärung des Finanzrahmens. Für die Stadt ist der heutige Beschluss deshalb ein formaler, aber entscheidender Schritt im Wiederaufbauprozess der Carolabrücke nach dem Schadensereignis von 2024.

Die Sitzung ist öffentlich, die Abstimmung wird für den weiteren Zeitplan des Projekts richtungsweisend sein. Mit einer Entscheidung am späten Nachmittag ist nach Angaben der Verwaltung zu rechnen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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