Im seit Monaten festgefahrenen Streit um das Hans-Zoschke-Stadion in Berlin-Lichtenberg deutet sich eine Lösung an. Nach Gesprächen zwischen dem Bezirksamt Lichtenberg und dem Hauptnutzer SV Lichtenberg 47 soll ein zweistufiges Vorgehen den Betrieb sichern und die weitere Instandsetzung vorbereiten. Beide Seiten bestätigten, kurzfristige Sicherungsmaßnahmen zu planen und parallel einen verbindlichen Fahrplan für nötige Bauarbeiten zu erarbeiten.
Vorgesehen ist zunächst die Absicherung des laufenden Betriebs. Dazu zählen nach Angaben der Beteiligten Maßnahmen zur Verkehrssicherheit sowie die gesicherte Zugänglichkeit von Umkleiden und Sanitärbereichen. Daran anschließend sollen technische Untersuchungen folgen, unter anderem zu Brandschutz, möglicher Schadstoffbelastung und statischen Fragen. Die Ergebnisse sollen Grundlage für einen gestaffelten Sanierungsplan mit Prioritäten sein.
Das Bezirksamt Lichtenberg betonte, belastbare Aussagen zu Kosten und Zeitrahmen seien erst nach Abschluss der Prüfungen möglich. Konkrete Termine für die Untersuchungen und die nächsten Verfahrensschritte will die Verwaltung der Bezirksverordnetenversammlung berichten, sobald die Beauftragungen vorliegen. Der SV Lichtenberg 47 verlangt eine feste Einbindung in die Planung und eine verlässliche Zusage zur Nutzung des Stadions während der Arbeiten. Eine entsprechende Position hatte der Verein bereits im April 2026 in einem Mitgliedervotum bekräftigt.
Hintergrund ist ein über Jahre gewachsener Sanierungsstau der HOWOGE-Arena Hans-Zoschke. Neben abgenutzter Bausubstanz erschweren rechtliche Vorgaben und technische Standards die Planung. Besonders die Themen Barrierefreiheit und Brandschutz sowie mögliche Altlasten können den Umfang der Arbeiten und die Finanzierung erheblich beeinflussen. In der Kommunalpolitik war deshalb wiederholt ein klarer Maßnahmen- und Zeitplan gefordert worden.
Mit dem nun skizzierten Vorgehen wird der Konflikt nicht beendet, aber strukturiert. Gesichert ist: Kurzfristige Eingriffe sollen die Nutzbarkeit stabilisieren. Offen bleibt: Welche Eingriffe langfristig notwendig sind, was sie kosten und wie sie in den Haushalt des Bezirks passen. Prognosen dazu werden erst nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse möglich sein.
Für Anwohnende und Verein bedeutet der Schritt mehr Planbarkeit; für die Verwaltung steigt der Druck, den Mittelbedarf transparent zu machen und Genehmigungswege zügig zu klären. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Untersuchungen rasch starten und die Ergebnisse zügig in einen priorisierten Sanierungsfahrplan übersetzt werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).