Am 1. September 2026 ist die erste Lieferung spezifisch freigemessener, nicht gefährlicher mineralischer Abfälle aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Biblis auf der Deponie in Büttelborn eingetroffen. Der Betreiber RWE bestätigte die Anlieferung in Teilmengen. Sie ist Bestandteil eines verwaltungsrechtlich abgestimmten Verfahrens zwischen RWE, der Deponiebetreiberin SAVAG Südhessische Abfall-Verwertungs GmbH, den Riedwerken und dem Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße.
Rechtliche Grundlage der Annahme sind Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Darmstadt und Anordnungen des Regierungspräsidiums Darmstadt. Das Gericht hatte die sofortige Vollziehung einer Verfügung bestätigt, die die Mitbenutzung der Deponie für bis zu 3.200 Tonnen spezifisch freigegebener mineralischer Abfälle zulässt. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof wies Beschwerden gegen die Mitbenutzung zurück. Damit sind Umfang und Verfahren des Abfalltransfers behördlich und gerichtlich bestimmt.
Nach Angaben der Beteiligten sind die Materialien in staubdichten, reißfesten und witterungsbeständigen Big Bags verpackt, nummeriert und verplombt. Die Chargen werden vor und bei der Annahme kontrolliert. Zuständige Strahlenschutz- und Abfallbehörden verweisen auf die Einhaltung der einschlägigen Grenz- und Freigabewerte; die Deponiebetreiberin hat ergänzende organisatorische Sicherungen zugesagt. Ein öffentliches Freigabeverfahren liegt den Transporten zugrunde, das nicht mit der Entsorgung radioaktiver Abfälle verwechselt werden darf.
Zugeschriebene Kritik kommt vor allem von Umweltverbänden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Hessen fordert fortlaufende, nachvollziehbare Veröffentlichung der Messprotokolle, Angaben zu Routen und Mengen sowie Langzeitkontrollen auf dem Gelände. Kommunale Vertreter aus dem Umfeld der Deponie dringen auf zusätzliche behördliche Aufsicht und transparente Informationsangebote für Anwohnerinnen und Anwohner.
Der aktuelle Anlass ist die bestätigte erste Anlieferung nach einem jahrelangen Streit um Zuständigkeiten, Deponiekapazitäten und Risikobewertung. Maßgeblich für die weitere Entwicklung sind nun Anzahl und Taktung der Folgelieferungen, die Publikation der Kontrollwerte sowie die praktische Umsetzung der zugesagten Informationsformate. Behörden betonen, dass jede weitere Charge denselben Prüf- und Dokumentationspflichten unterliegt.
Damit markiert der Beginn der Transporte einen neuen Abschnitt im Rückbau von Biblis: Die rechtlich freigegebenen mineralischen Abfälle verlassen schrittweise den Standort und werden unter Auflagen deponiert. Der Konflikt über Akzeptanz, Transparenz und Kontrolle bleibt jedoch politisch und gesellschaftlich präsent.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).