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Frankfurt: Fernrohr macht zerstörte Synagoge wieder sichtbar

In Frankfurt am Main ist eine Installation eröffnet worden, die die 1938/39 zerstörte Synagoge an der Friedberger Anlage per Fernrohr und Virtual Reality erlebbar macht. Das Projekt wurde am 1. September 2026 vorgestellt.

In Frankfurt am Main ist am 1. September 2026 die Installation „Fernrohr in die Vergangenheit“ an der Friedberger Anlage der Öffentlichkeit übergeben worden. Ein fest montiertes Fernrohr und ergänzende Virtual-Reality-Brillen zeigen dort eine digitale Rekonstruktion der 1938/39 zerstörten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft an ihrem historischen Standort.

Die technische Umsetzung verantwortet das Fachgebiet Digitales Gestalten der Technischen Universität Darmstadt. Nach Angaben der Hochschule basiert die Rekonstruktion auf historischen Plänen, Fotografien und Forschungsergebnissen. Das Fernrohr liefert stereoskopische Ansichten aus dem aktuellen Stadtraum heraus; die Virtual Reality ermöglicht zusätzlich Einblicke in den Innenraum. Finanziell wurde das Vorhaben unter anderem von der Stiftung Giersch unterstützt. Beteiligt sind zudem lokale Initiativen, darunter die Initiative 9. November, die das Gedenken am Ort seit Jahren begleitet.

Die Installation steht gegenüber dem Hochbunker an der Friedberger Anlage 5–6. Der Bunker wurde während der NS-Zeit auf den Grundmauern der ehemaligen Synagoge errichtet und markiert den Verlust eines stadtbildprägenden Bauwerks. Initiatoren und Wissenschaftler ordnen das neue Angebot als Beitrag zur Erinnerungskultur ein: Es solle den historischen Ort präzise verorten und seinen Maßstab im heutigen Stadtgefüge erfahrbar machen. Zugleich betonen sie, eine digitale Rekonstruktion könne eine lückenlose Originalwiedergabe nicht ersetzen und müsse ihre Quellenlage offenlegen.

Das Vorhaben gehört zur längerfristigen Initiative „Visualisierung des Zerstörten – Synagogen im Rhein-Main-Gebiet“, in deren Rahmen die Technische Universität Darmstadt mehrere zerstörte Synagogen dokumentiert und virtuell modelliert. Die Verantwortlichen kündigen erläuternde Tafeln und begleitende Veranstaltungen an, um Entstehungsprozesse und Entscheidungen transparent zu machen. Fachliche Debatten über Chancen und Grenzen digitaler Rekonstruktionen werden dabei aufgegriffen: Kritiker fordern klare Kennzeichnungen von Annahmen und fehlenden Belegen, Befürworter verweisen auf einen niedrigschwelligen Zugang zu Geschichte, insbesondere für jüngere Besucherinnen und Besucher.

Zum Auftakt waren Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Einrichtungen und Initiativen anwesend. Der Ort bleibt öffentlich zugänglich; das Fernrohr kann ohne Termin genutzt werden, Virtual-Reality-Angebote stehen nach Ankündigung bereit. Beobachter werten die Installation als Ergänzung bestehender Gedenkorte in Frankfurt am Main und als präzise verortete Erinnerung an ein zentrales Bauwerk der jüdischen Geschichte der Stadt.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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