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Geschworene sprechen Yorgen Fenech im Fall Caruana Galizia frei

In Valletta hat eine Geschworenenjury den Unternehmer Yorgen Fenech vom Vorwurf freigesprochen, die Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia in Auftrag gegeben zu haben. Das Urteil sorgt in Malta für heftige Reaktionen und neue…

In Valletta hat eine Geschworenenjury den maltesischen Unternehmer Yorgen Fenech vom Vorwurf freigesprochen, die Ermordung der Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia in Auftrag gegeben zu haben. Das Urteil fiel am 2. September 2026 und beendete einen der aufsehenerregendsten Strafprozesse des Landes. Fenech war wegen Beihilfe zum Mord und wegen krimineller Verschwörung angeklagt; die Geschworenen sahen die Beweise für eine Verurteilung nicht als ausreichend an.

Der Anschlag auf Daphne Caruana Galizia am 16. Oktober 2017, verübt mit einer Autobombe, hatte Malta politisch erschüttert und international für Empörung gesorgt. Die Recherchen der Journalistin zu Korruption in Politik und Wirtschaft sowie die mutmaßlichen Verbindungen in höchste Kreise führten 2019 zum Rücktritt des damaligen Premierministers Joseph Muscat. In getrennten Verfahren waren bereits Beteiligte aus dem Täterkreis zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der als Vermittler geltende Melvin Theuma erhielt eine Begnadigung im Austausch für seine Aussage. Die Frage nach den Auftraggebern blieb jedoch zentral.

Nach dem Freispruch äußerte die Familie Caruana Galizias tiefe Enttäuschung und kündigte an, weiter auf vollständige Aufklärung zu drängen. Auch Organisationen der Zivilgesellschaft und für Pressefreiheit sprachen von einem Rückschlag für die Rechtsstaatlichkeit und forderten transparente Prüfung der Ermittlungs- und Prozessführung. Das Committee to Protect Journalists mahnte, die Verantwortung hinter dem Anschlag weiter konsequent zu verfolgen. In der Hauptstadt kam es zu lautstarken Protesten, die Polizei berichtete von einzelnen Zwischenfällen, die Lage blieb jedoch unter Kontrolle.

Juristisch richtet das Urteil den Blick auf die Beweiswürdigung in komplexen Korruptions- und Verschwörungsfällen. Prozessbeobachter verweisen auf die Rolle von Kronzeugen, Absprachen im Täterumfeld und die Anforderungen an die Verknüpfung technischer Spuren mit finanziellen und kommunikativen Indizien. Zugleich steht die Glaubwürdigkeit staatlicher Institutionen in Malta erneut auf dem Prüfstand. Aus Sicht von Rechtswissenschaftlern ist entscheidend, ob offene Spuren und mögliche Mittäterstränge mit ausreichender Ressourcenlage weiterverfolgt werden.

Politisch dürfte der Freispruch die Debatte über Reformen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Geheimhaltungsvorschriften neu entfachen. Für Malta bleibt die Aufgabe, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz zu stärken und Lehren aus Verfahrensfehlern zu ziehen. Europäische Beobachter sehen den Fall weiterhin als Gradmesser für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten. Eine endgültige Antwort auf die Frage, wer den Mord an Daphne Caruana Galizia in Auftrag gab, steht auch nach diesem Urteil aus.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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