Kultur

GfZK Leipzig eröffnet Heidi Speckers Aenne‑Biermann-Hommage am 5. September

Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig zeigt ab 5. September 2026 die Ausstellung DamenzimmerHerrenschnitt von Heidi Specker – eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit Motiven von Aenne Biermann.

Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig eröffnet am 5. September 2026 die Ausstellung DamenzimmerHerrenschnitt der Fotokünstlerin Heidi Specker. Nach Angaben des Hauses ist die Schau als zeitgenössische Hommage an Aenne Biermann (1898–1933) angelegt und bis zum 10. Januar 2027 zu sehen. Der Termin setzt einen Akzent im Leipziger Ausstellungsjahr und rückt die fotografische Moderne der Zwischenkriegszeit in eine aktuelle Perspektive.

Im Zentrum steht die Gegenüberstellung von neu entstandenen Arbeiten Speckers mit Originalfotografien und Reproduktionen aus Beständen öffentlicher Sammlungen. Die Kuratorin Franciska Zólyom betont, die Präsentation sei keine Rekonstruktion und keine museale Retrospektive, sondern eine eigenständige Nachinszenierung von Formen, Blicken und Setzungen, die Biermanns Bildsprache der Neuen Sachlichkeit aufnimmt und weiterführt. Speckers Serien arbeiten mit Bühnenräumen, Porträt- und Stilllebenmotiven und variieren präzise Ausschnitt, Licht und Material.

Die Einbindung historischer Arbeiten verweist auf die Provenienz und Forschungslage zu Biermanns Werk. Ein bedeutender Teil ihrer Fotografien wird in öffentlichen Sammlungen aufbewahrt, darunter das Museum Ludwig in Köln. Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig gibt an, für die Präsentation mit Sammlungsinhabern und Leihgebern kooperiert zu haben; detaillierte Leihlisten sollen vor Ort ausgewiesen werden.

Inhaltlich führt die Schau biografische Hinweise in Bildkonzepte der Gegenwart über. Biermann trug zu Lebzeiten einen Herrenschnitt und bezeichnete ihren privaten Rückzugsraum als Damenzimmer; diese Konstellation von Rollenbild, Arbeitssphäre und Inszenierung dient als Ausgangspunkt für Speckers bildnerische Übersetzungen. Die Ausstellung ist zudem in regionale Kulturprogramme eingebettet, die den Beitrag jüdischer Akteurinnen und Akteure zur europäischen Moderne hervorheben, und nimmt damit eine erinnerungskulturelle Perspektive ein.

Heidi Specker lehrt als Professorin für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ihre Arbeit verbindet bildwissenschaftliche Recherche mit präziser Setzung im Ausstellungsraum; die nun gezeigte Werkgruppe ist in den vergangenen Jahren im Dialog mit Archiven und kuratorischer Forschung entstanden. Für Leipzig ergibt sich daraus ein fachlich profilierter Beitrag zur Diskussion über Autorenschaft, Sammlungspraxis und Aktualität der Fotografie der 1920er und 1930er Jahre.

Für Besucherinnen und Besucher sind ergänzende Informationen zu Leihgebern, Vermittlungsformaten und Begleitprogrammen in den Ausstellungsräumen und in den Veröffentlichungen der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig verfügbar.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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