Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat am 10. Oktober 2026 seine bislang größte Katastrophenschutz-Vollübung durchgeführt. Nach Angaben der Kreisverwaltung und übereinstimmenden regionalen Berichten waren rund 1.000 Einsatzkräfte seit dem Morgen im Einsatz. Geübt wurden drei gleichzeitige Lagen: ein großflächiger Waldbrand in Itterbeck, ein Hochwasser in der Nordhorner Innenstadt und ein Gefahrgutunfall am Bahnhof in Bad Bentheim.
Ziel war es, Führungsstrukturen, Einsatzkoordination und die Kommunikation unter Belastung zu prüfen. Beteiligt waren Feuerwehren, Rettungsdienste, das Technische Hilfswerk, die Polizei sowie weitere Hilfsorganisationen. Unterstützende Kräfte kamen aus anderen Teilen Niedersachsens, aus Nordrhein-Westfalen und aus den Niederlanden. Die Übungsleitung setzte auf realitätsnahe Elemente wie Raucherzeugung, Verletztendarsteller sowie umfangreiche Hubschrauber- und Fahrzeugbewegungen. Die Kreisverwaltung betonte, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestand und Sperrungen im Vorfeld angekündigt wurden.
Nach vorläufiger Auswertung zeigten sich Engpässe bei Funk und Kommunikation. Unter hoher Netzauslastung seien Leistungsgrenzen deutlich geworden, hieß es aus der Einsatzleitung. Zudem wurden Optimierungsbedarfe bei Logistik und Versorgung identifiziert, etwa bei Verlegungen von Kräften, der Verpflegung und bei der Einbindung ehrenamtlicher und hauptamtlicher Einheiten in parallelen Einsatzlagen. Konkrete Beschlüsse zu Nachrüstungen oder zur Finanzierung nannte der Landkreis zunächst nicht; darüber entscheiden die zuständigen politischen Gremien.
Die Verantwortlichen zogen dennoch ein positives Zwischenfazit zur Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Überarbeitung von Alarm- und Einsatzplänen einfließen. Weitere Folgeübungen sind vorgesehen, um Technik, Meldeketten und die länderübergreifende Abstimmung zu festigen.
Die Grafschaft Bentheim war in den vergangenen Jahren wiederholt mit Naturereignissen und komplexen Lagen befasst, darunter Hochwasser im Winter 2023/2024. Die nun erprobten Szenarien orientierten sich an realen Gefährdungen in der Region – von Vegetationsbränden in trockenen Sommern bis zu Störungen im Bahnverkehr. Behörden verweisen darauf, dass groß angelegte Übungen die Lagebilder schärfen und die Resilienz der Einsatzstrukturen erhöhen. Eine detaillierte Auswertung der Vollübung wird laut Kreisverwaltung in den kommenden Wochen erstellt und den politischen Gremien sowie den beteiligten Organisationen vorgelegt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).