Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Hamburgischen Bürgerschaft stellt den Elbtower als Standort für das geplante Naturkundemuseum in Frage. Am 9. Oktober 2026 kündigte sie an, das Projekt neu bewerten zu wollen. Anlass ist ein schriftliches Angebot für einen alternativen Standort am Besenbinderhof, das nach Angaben des Anbieters Büll und Liedtke eine schlüsselfertige Lösung für 495 Millionen Euro vorsieht – und damit rund 100 Millionen Euro unter dem zuletzt diskutierten Betrag für Flächen im Elbtower liegen soll.
Der Hamburger Senat bestätigte den Eingang des Angebots und kündigte eine Prüfung an. Konkrete Verträge für den Umzug des Museums in den Elbtower existieren nicht; die bisherigen Eckpunkte sehen lediglich eine vertiefte Prüfung vor. Im Oktober 2025 war in öffentlichen Unterlagen für die Elbtower-Variante ein Richtwert von etwa 595 Millionen Euro genannt worden.
Die Grünen betonten, der niedrigere Ansatz allein entscheide nicht über die Wirtschaftlichkeit. Zu klären seien vertragliche Bindungen, Folgekosten eines Standortwechsels, museale Eignung und städtebauliche Fragen. Diese Punkte sollen nun verwaltungsseitig bewertet und in der Bürgerschaft beraten werden. Auch die Opposition fordert, das neue Angebot transparent vorzulegen und die Standortfrage offen zu entscheiden.
Der Streit um das Naturkundemuseum ist seit 2024 und 2025 eng mit der Zukunft des Elbtowers in der HafenCity verknüpft. Die Stadt prüft seit längerem, ob öffentliche Nutzungen den wirtschaftlichen Rahmen für Teile des Turms sichern können. Kritiker verweisen auf hohe Umbaukosten und langfristige Risiken, Befürworter auf Synergien eines prominenten Standorts und mögliche Besucherströme. Das nun genannte Alternativprojekt am Besenbinderhof verlagert die Debatte auf Fragen der Kostensicherheit, der Anbindung an den öffentlichen Verkehr und der planungsrechtlichen Umsetzbarkeit.
Zeitpläne nannten weder die Grünen-Fraktion noch der Hamburger Senat am 9. Oktober 2026. Fest steht: Weitere Beschlüsse hängen von der förmlichen Prüfung der wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Parameter ab. Bis dahin bleibt offen, ob das Naturkundemuseum in den Elbtower einzieht oder ob der Besenbinderhof die politisch und finanziell tragfähigere Lösung wird.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).