Vor der Südküste Omans tritt aus dem havarierten Tanker Caroline Bezengi weiterhin Öl aus. Nach einer jüngsten Auswertung von Satellitenbildern berichtet Greenpeace von ausgedehnten Ölteppichen rund um den im Al-Hallaniyat-Archipel auf Grund liegenden Frachter. Auch die Associated Press dokumentierte, dass inzwischen Öl an Strände gespült wurde und die Behörden erste Küstenverschmutzungen registriert haben.
Der rund 274 Meter lange Suezmax-Tanker strandete nach einem Zwischenfall im Juni. Nach übereinstimmenden Medienangaben führte das Schiff Schätzungen zufolge etwa 110.000 Tonnen Rohöl. Satellitenanalysen zeigten Anfang bis Mitte August eine deutliche Ausbreitung der Verschmutzung; Anfang September melden Umweltorganisationen und Medien weiterhin austretendes Öl. Omanische Stellen teilten mit, dass Umweltschutzbehörden die Lage überwachen und Einsatzkräfte an mehreren Abschnitten der Küste tätig sind.
Zur Eindämmung wurden nach Medienberichten ab Mitte August Ölsperren verlegt und bergungsunterstützende Maßnahmen eingeleitet. Über den Fortschritt äußerten sich die beteiligten Firmen und Behörden zurückhaltend. Konkrete Angaben zur verursachten Schadenshöhe, zu betroffenen Ökosystemen und zur voraussichtlichen Dauer von Säuberungsarbeiten liegen bislang nicht abschließend vor.
Fachleute und Umweltverbände warnen vor ökologischen Langzeitschäden. In Mitleidenschaft gezogen werden könnten Korallenriffe und Seegraswiesen sowie Laich- und Nahrungsgebiete für Meeresschildkröten und Seevögel. Greenpeace forderte internationale Unterstützung, da unklare Eigentums- und Versicherungsverhältnisse bei Schiffen der sogenannten Schattenflotte die zügige Haftung und Kostenübernahme erschweren könnten. Die Organisation sieht die Gefahr, dass der betroffene Küstenstaat einen Großteil der Aufräum- und Folgekosten tragen muss.
Zu unterscheiden sind gesicherte Tatsachen und Zuschreibungen: Als gesichert gelten die Havarie, anhaltende Öl-Austritte, die auf Satellitenbildern beobachteten Ölteppiche und dokumentierte Küstenverschmutzungen sowie laufende Eindämmungsversuche mit Ölsperren. Aussagen zu Ursachen, Verantwortlichkeiten, zu exakten Frachtdaten und zum endgültigen Ausmaß der Schäden beruhen vor allem auf Einschätzungen von Greenpeace und den berichtenden Medien. Ob und in welchem Umfang internationale rechtliche Schritte, finanzielle Hilfen oder ein koordiniertes Bergungskonzept folgen, ist offen. Behörden und unabhängige Analysedienste wollen die Entwicklung weiter eng beobachten, um fundiertere Bewertungen und Entscheidungen zu ermöglichen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).