Hessen

Hessen will Referendariat auf 18 Monate kürzen – Landtag startet Beratung

Der Hessische Landtag hat am 2. September in Wiesbaden erstmals über eine Verkürzung des Referendariats von 21 auf 18 Monate beraten. CDU und SPD verweisen auf den Lehrkräftemangel, Opposition und Verbände warnen vor Qualitätsrisiken.

Im Hessischen Landtag hat am 2. September in Wiesbaden die erste Beratung über eine Reform der Lehrkräftebildung begonnen. Die Koalition aus CDU und SPD will das Referendariat von derzeit 21 auf 18 Monate verkürzen. Ziel sei ein schnellerer Berufseinstieg und mehr Attraktivität des Lehrerberufs, betonte Kultusminister Armin Schwarz. Er verwies auf den anhaltenden Lehrkräftemangel und kündigte eine praxisnähere und kompaktere Struktur des Vorbereitungsdienstes an.

Widerspruch kam aus der Opposition und von Bildungsverbänden. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen erklärte, eine Kürzung löse die strukturellen Probleme der Unterrichtsversorgung nicht. Sie forderte stattdessen zusätzliche Qualifizierungswege, etwa duale Studienmodelle und klar geregelte, qualitätsgesicherte Seiteneinstiege. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warnte vor einer Verdichtung der Ausbildung und mahnte verbindliche Standards für Betreuung, Supervision und Ausbildungsqualität an. Aus ihrer Sicht müsse ein ausreichend langer Vorbereitungsdienst mit enger Begleitung gesichert sein, um Unterrichtsqualität und Belastungssteuerung zu gewährleisten.

Nach Angaben aus der Koalition orientiert sich der Gesetzentwurf an Regelungen anderer Länder, in denen kürzere Vorbereitungsdienste organisatorisch umgesetzt werden. Kritiker monieren jedoch fehlende Detailvorgaben: Im Entwurf seien weder eine verpflichtende Betreuung durch ausgebildete Mentorinnen und Mentoren noch eine gesicherte Finanzierung zusätzlicher Praxisanteile eindeutig festgeschrieben. Zudem sei offen, wie Studienseminare und Ausbildungsschulen ihre Kapazitäten planen sollen.

Für die Schulen hängt der praktische Effekt der Reform nach Einschätzung von Fachleuten von der Umsetzung ab. Entscheidend seien klare Zuständigkeiten für Ausbildungslehrkräfte, verlässliche Personalschlüssel in den Studienseminaren und eine Staffelung der Einstellungs- und Prüfungszeiträume. Lehramtsstudierende und angehende Referendarinnen und Referendare fragen nach möglichen Übergangsfristen sowie nach Terminen für den Beginn des Vorbereitungsdienstes, die bisher in Hessen regelmäßig im Mai und im November lagen.

Das Parlament überwies den Entwurf in die Ausschussberatung. Der kultuspolitische Ausschuss des Hessischen Landtags soll die Anhörung und Änderungsanträge vorbereiten. Konkrete Beschlüsse, ein Datum für das Inkrafttreten sowie Details zur Ausgestaltung der Umstellung liegen nach der Debatte noch nicht vor. Koalition und Opposition rechnen mit weiteren Beratungsrunden. Das Kultusministerium kündigte an, Ergebnisse aus der Anhörung in die Feinausgestaltung einfließen zu lassen; Verbände hielten an der Forderung fest, Qualitätssicherung und Betreuung verbindlich zu regeln, bevor die Verkürzung greift.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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