In Kaltennordheim findet am 10. September 2026 von 10 bis 13 Uhr im Bürgerhaus Kaltennordheim ein kostenfreies Fachseminar zur Bewirtschaftung von Grünlandflächen mit Herbstzeitlosen statt. Veranstalter sind die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und der Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön. Der Termin wurde in einer Mitteilung der Reservatsverwaltung vom 13. August angekündigt und durch regionale Veranstaltungsübersichten bestätigt. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) breitet sich nach Angaben der Organisatoren vor allem auf extensiv genutztem Mäh- und Weidegrünland in der Thüringer Rhön stärker aus. Witterungsextreme wie Dürrephasen und Starkregen hätten zuletzt die Artenzusammensetzung vieler Flächen verändert. Dadurch steigt das Risiko, dass giftige Pflanzenanteile bei der Heu- und Silagebereitung in das Futter gelangen. Das in allen Pflanzenteilen vorkommende Alkaloid Colchizin gilt als hochtoxisch und wird durch gängige Konservierungsmethoden nicht unschädlich. Für Betriebe kann dies Qualitätsverluste beim Futter und Nutzungseinschränkungen nach sich ziehen.
Das Seminar verbindet nach Veranstalterangaben praxisnahe Informationen zum Lebenszyklus der Herbstzeitlosen mit Hinweisen zu bewährten Handlungsstrategien. Behandelt werden sollen zum Beispiel Anpassungen der Mahdtermine, mechanische Maßnahmen zur Eindämmung sowie selektive Verfahren auf stark betroffenen Flächen. Auch Fragen des Förderrechts und der naturschutzfachlichen Rahmenbedingungen stehen auf dem Programm. Ab 12 Uhr ist ein Exkursionsteil zu einer Praxisfläche vorgesehen, auf der Pflegeabläufe und Selektionsmethoden demonstriert werden.
Adressaten sind Landwirtinnen und Landwirte, Bewirtschafter von Grünland, Beratungskräfte sowie Fachleute aus Naturschutz und Landschaftspflege. Konkrete gesetzliche Vorgaben oder Fördersätze nennen die Veranstalter in der Ankündigung nicht; Ziel ist eine fachlich fundierte Orientierung, wie sich Risiken für Tiergesundheit und Futterqualität mindern lassen, ohne den ökologischen Wert artenreichen Grünlands zu gefährden. Aufgaben- und Interessenkonflikte zwischen Futterhygiene, Schutz seltener Arten und betrieblicher Praxis sollen offen erläutert werden.
Der Termin richtet den Fokus auf ein regional akutes Thema in Thüringen, das in betroffenen Regionen der Rhön seit Jahren diskutiert wird. Anders als bei invasiven Neophyten handelt es sich bei der Herbstzeitlosen um eine einheimische Art. Ihre Zunahme ist nach Einschätzung der Fachleute Ausdruck eines veränderten Wasser- und Nährstoffhaushalts, veränderter Nutzungsrhythmen und extremer Witterung. Das Seminar soll hier auf aktuelle Erfahrungen aus der Praxis, rechtliche Fragen und praxistaugliche Schritte zur Eindämmung fokussieren.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).