Die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Katharina Horn, hat am 28. September 2026 überraschend erklärt, ihr Amt mit sofortiger Wirkung ruhen zu lassen und bei den im November anstehenden Neuwahlen des Landesvorstands nicht erneut zu kandidieren. Die Mitteilung erfolgte unmittelbar vor dem Start von Sondierungsgesprächen zur Regierungsbildung in Schwerin. Horn nannte persönliche Gründe und kündigte an, sich aus der laufenden Amtsausübung zurückzuziehen; weitere Details wurden zunächst nicht öffentlich.
Nach Angaben aus der Partei sichert der verbleibende Vorstand die Arbeitsfähigkeit des Landesverbands. Der Co-Vorsitzende Ole Krüger erklärte laut Norddeutscher Rundfunk, die organisatorischen Abläufe seien gewährleistet; die Grünen würden die anstehenden Gespräche inhaltlich unterstützen. Konkrete Personalentscheidungen zur künftigen Führung sollen auf einer Landesdelegiertenkonferenz im November getroffen werden.
Politisch fällt der Schritt in eine sensible Phase: Nach der Landtagswahl laufen in Schwerin Sondierungen zwischen mehreren Parteien über mögliche Mehrheiten. In solchen Verhandlungen kommt Landesvorsitzenden üblicherweise eine koordinierende Rolle zu. Dass Horn das Amt ruhen lässt, erschwert kurzfristig die Besetzung der grünen Verhandlungsspitze, ändert nach Parteiangaben aber nichts an der Beteiligung der Grünen an inhaltlichen Vorbereitungen.
Aus den vorliegenden Berichten von Norddeutscher Rundfunk und Deutschlandfunk ergeben sich keine Hinweise auf disziplinarische Verfahren, strafrechtliche Ermittlungen oder parteiintern verhängte Sanktionen im Zusammenhang mit Horns Entscheidung. Die Partei verweist auf persönliche Gründe und auf eine geordnete Neuaufstellung. Über weitergehende Motive oder personelle Vorschläge für den November äußerten sich weder Horn noch der Landesvorstand zunächst konkret.
Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern werden seit mehreren Jahren von einer Doppelspitze geführt. Mit dem Ruhenlassen des Amtes durch Katharina Horn liegt die Verantwortung für die laufenden Geschäfte bis zur Neuwahl stärker beim verbleibenden Vorstand um Ole Krüger. Formell bleibt Horn bis zu einer Neuwahl Mitglied des gewählten Gremiums, nimmt die Amtsaufgaben jedoch nicht wahr. Die Partei kündigte an, Termine und Abläufe bis zur Landesdelegiertenkonferenz im November zeitnah zu präzisieren.
Die jüngste Entwicklung setzt damit einen deutlichen organisatorischen Akzent in einer ohnehin dynamischen Lage in Schwerin. Für die Grünen steht neben der internen Klärung ihrer Führung die Frage an, mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten sie in mögliche Koalitionsverhandlungen gehen wollen. Angaben zu konkreten Gesprächskonstellationen und Terminen machten die Beteiligten bislang nur zurückhaltend.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).