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Länder und Träger setzen stärker auf Aussteiger als Berater gegen Rechtsextremismus

Neue Länderberichte und aktualisierte Projektlisten aus dem September 2026 zeigen: Ehemalige Rechtsextreme werden in Deutschland verstärkt in Prävention und Ausstiegsarbeit einbezogen. Fachstellen verweisen zugleich auf klare Standards und Schutzkonzepte.

Aktuelle Länderinformationen und Projektübersichten aus dem September 2026 belegen eine wachsende Einbindung ehemals rechtsextremer Szeneangehöriger in Prävention und Ausstiegsarbeit. Innenressorts, Fachstellen und zivilgesellschaftliche Träger berichten, dass Aussteigerinnen und Aussteiger häufiger in Beratung, Bildungsarbeit und Distanzierungsprogrammen eingesetzt werden, um Rekrutierungsmechanismen, Gruppendruck und Ausstiegsrisiken aus erster Hand zu erläutern.

Das Bundesprogramm Demokratie leben! bleibt eine zentrale Förderquelle für Projekte der Ausstiegs- und Distanzierungsberatung. In der aktuellen Förderperiode sind Angebote aufgeführt, die psychologische Einzelfallhilfe, Angehörigenberatung sowie Fortbildungen für Schulen, Jugendämter und Sicherheitsbehörden finanzieren. Träger wie Exit-Deutschland oder regionale Netzwerke wie der Nordverbund Ausstieg Rechts bündeln dabei Expertise für strukturierte Ausstiegsprozesse; in Berlin ergänzt CROSSROADS lokale Beratung und Bildungsarbeit.

Auch staatliche Programme werden ausgebaut oder neu geordnet. Das Innenministerium Brandenburg hat im September 2026 Standorte und Perspektiven behördlicher Angebote zusammengestellt; in weiteren Ländern laufen Programme unter Bezeichnungen wie Spurwechsel, PRISMA oder das Aussteigerprogramm EXTRA. Diese Initiativen arbeiten vielfach eng mit dem Verfassungsschutz, kommunalen Präventionsräten und freien Trägern zusammen, um Zuständigkeiten zu klären und Zugänge niedrigschwellig zu halten.

Fachliche Leitplanken sind nach Einschätzung der Bundeszentrale für politische Bildung unverzichtbar. Die Beteiligung von Aussteigerinnen und Aussteigern erhöhe die Glaubwürdigkeit in der Ansprache Jugendlicher und Gefährdeter, berge jedoch Risiken wie Überidentifikation, Verallgemeinerung von Einzelerfahrungen oder Sicherheitsfragen. Empfohlen werden daher verbindliche Qualitätsstandards, Supervision, klare Rollendefinitionen zwischen Prävention, Sozialarbeit und Sicherheitsbehörden sowie belastbare Schutzkonzepte für die beteiligten Personen.

Die Finanzierung gilt als Schwachpunkt. Mehrere Fachhinweise aus 2026 verweisen auf unsichere Budgets, befristete Stellen und Abhängigkeiten von Jahreshaushalten. Träger fordern planbare mehrjährige Linien, um Fallarbeit zu verstetigen, wissenschaftliche Evaluationen zu sichern und wirksame Elemente – etwa Mentoring durch Aussteigerinnen und Aussteiger oder Angehörigenhilfe – langfristig zu verankern. Politik und Verwaltung stehen entsprechend vor der Aufgabe, Kennziffern zur Wirkung zu vereinbaren, Schnittstellen zur Bildungs- und Jugendhilfe zu festigen und erfolgreiche Praxismodelle in kommunale Strategien zu überführen.

Die Bilanz fällt nüchtern aus: Der Einsatz ehemaliger Rechtsextremer wird breit als pragmatischer Baustein gewertet. Seine Reichweite hängt jedoch von Professionalität, Schutz der Beteiligten und verlässlicher Förderung ab – und davon, ob Prävention, Ausstieg und Sicherheit kohärent zusammenarbeiten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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