Wirtschaft

Mikrozensus 2025: 3,8 Millionen wollen weniger arbeiten, 1,5 Millionen mehr

Statistisches Bundesamt veröffentlicht Erstergebnisse: Im Jahr 2025 wünschten sich 3,8 Millionen Erwerbstätige weniger und 1,5 Millionen mehr Arbeitszeit.

WIESBADEN, 4. September 2026 — In Deutschland wünschten sich im Jahr 2025 insgesamt 3,8 Millionen Erwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren eine kürzere Arbeitszeit, während 1,5 Millionen länger arbeiten wollten. Das geht aus Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 hervor, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag veröffentlichte. Erfasst wurden Voll- und Teilzeitbeschäftigte.

Die Behörde nennt dazu Mittelwerte: Erwerbstätige mit Wunsch nach Arbeitszeitreduzierung arbeiteten gewöhnlich 40,9 Stunden pro Woche und wollten im Durchschnitt 10,5 Stunden weniger arbeiten. Erwerbstätige mit Mehrarbeitswunsch kamen auf 26,2 Stunden pro Woche und strebten eine Erhöhung um durchschnittlich 10,5 Stunden an. Alle Angaben beziehen sich auf das Berichtsjahr 2025 und auf die Altersgruppe 15 bis 74 Jahre.

Die Daten zeigen zwei unterschiedliche Lagen am Arbeitsmarkt: Eine große Gruppe mit hohen tatsächlichen Wochenarbeitszeiten strebt Entlastung an, eine andere — häufig in Teilzeit — möchte ihre Stundenzahl ausweiten. Solche Unterschiede hängen in der Regel mit Branchenzugehörigkeit, Qualifikation, Betreuungspflichten oder gesundheitlichen Einschränkungen zusammen und beeinflussen das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial.

Für die Arbeitsmarktpolitik lassen sich daraus zwei Handlungsfelder ableiten. Erstens geht es um Rahmenbedingungen, die eine Reduzierung oder stärkere Flexibilisierung von Arbeitszeiten ermöglichen, zum Beispiel über Jobsharing oder verlässlich planbare Dienstpläne. Zweitens braucht es Wege, den Mehrarbeitswunsch von Teilzeitkräften zu bedienen, etwa durch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie gezielte Qualifizierungsangebote. Beide Ziele stehen im Kontext von Arbeitszeitautonomie und Einkommenseffekten: Kürzere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich können Erwerbsentscheidungen verändern, längere Arbeitszeiten bei Teilzeitkräften setzen verfügbare Arbeitsstunden und ausreichende Kinderbetreuung oder Pflegeinfrastruktur voraus.

Methodisch handelt es sich um Erstergebnisse des Mikrozensus 2025. Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass vertiefende Auswertungen — etwa nach Branche, Geschlecht oder Altersgruppen — mit der Aufbereitung weiterer Tabellen folgen. Differenzierungen und Zeitvergleiche werden regelmäßig über GENESIS-Online bereitgestellt.

Mit der Veröffentlichung adressiert das Statistische Bundesamt einen aktuellen Bedarf an Daten zur Arbeitszeitentwicklung. Die Ergebnisse sind als statistische Bestandsaufnahme für 2025 zu verstehen; Bewertungen zu Ursachen und Wirkungen liegen außerhalb des Berichts und sind Aufgabe weiterer Forschung sowie der arbeitsmarktpolitischen Debatte.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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