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Nordosten bei Psychotherapie schlecht versorgt – Mecklenburg-Vorpommern ist Schlusslicht

Eine NDR-Analyse auf Basis aktueller Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigt große Lücken in der ambulanten Psychotherapie im Nordosten. Besonders Mecklenburg-Vorpommern liegt unter dem Bundesdurchschnitt.

Im Nordosten Deutschlands ist die ambulante psychotherapeutische Versorgung deutlich schwächer als im Bundesschnitt. Das geht aus einer am 9. September 2026 veröffentlichten Auswertung des NDR hervor, die auf aktuellen Abrechnungs- und Zulassungsdaten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung basiert. Mecklenburg-Vorpommern schneidet darin am schlechtesten ab; auch in Teilen von Brandenburg und Schleswig-Holstein liegen die Versorgungskennziffern unter dem Durchschnitt. Stadtstaaten wie Hamburg und Bremen verzeichnen hingegen höhere Dichten an Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Die ungleiche Verteilung hat spürbare Folgen: Wartezeiten verlängern sich, die Erreichbarkeit sinkt, und die wohnortnahe Versorgung wird schwieriger. Besonders betroffen sind Patientinnen und Patienten in ländlichen Räumen, darunter ältere, mobil eingeschränkte und finanziell schwächere Menschen. Landespolitikerinnen und Landespolitiker sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen im Norden fordern daher gezielte Maßnahmen, um die Bedarfsplanung an die regionalen Gegebenheiten anzupassen und ländliche Regionen gezielt zu fördern.

Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung trifft die gestiegene Nachfrage auf Engpässe bei Weiterbildungsplätzen und auf strukturelle Nachteile dünn besiedelter Regionen. Der Verband der Ersatzkassen und Fachverbände hatten in den vergangenen Monaten wiederholt vor zunehmenden Lücken gewarnt. Parallel wird seit Frühjahr 2026 über Vergütungsfragen in der ambulanten Psychotherapie gestritten. Laut KBV wurden geplante Absenkungen gestoppt; die gesundheitspolitische Debatte über Wirkungen und Ausnahmen, etwa für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, läuft weiter. Die Gesundheitsministerkonferenz dringt auf belastbare Evaluierungen und auf Instrumente gegen die Ausdünnung in ländlichen Gebieten.

Kurzfristig setzen viele Akteure auf pragmatische Entlastung: Eine bessere Vermittlung freier Plätze, der Ausbau telemedizinischer Angebote und Anschubförderungen für zusätzliche Weiterbildungsplätze gelten als realistische Schritte. Mittelfristig rücken Anpassungen in der Bedarfsplanung, verlässliche Refinanzierung von Ausbildungs- und Supervisionsanteilen sowie Anreize für Niederlassungen außerhalb der Ballungsräume in den Vordergrund. Ob und wann diese Weichenstellungen zu einer spürbaren Entlastung führen, hängt von Entscheidungen der Selbstverwaltung und der Politik auf Landes- und Bundesebene ab.

Die NDR-Analyse ordnet die Ergebnisse anhand der KBV-Daten ein und verweist auf deutliche regionale Unterschiede im Norden: Während Hamburg und Bremen ihre Kapazitäten vergleichsweise gut abdecken, bleiben Mecklenburg-Vorpommern, Teile Brandenburgs und ländliche Gebiete in Schleswig-Holstein zurück. Der Befund markiert einen aktuellen Anlass für gesundheitspolitische Prioritäten – die strukturellen Ursachen reichen jedoch über den Nordosten hinaus.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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