Deutschland und Österreich schaffen im Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann einen gemeinsamen Preis für zeitgenössische deutschsprachige Dichtung. Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien stiften den einmaligen Österreichisch-Deutschen Lyrikpreis. Ausgezeichnet werden je eine Lyrikerin oder ein Lyriker mit Lebensmittelpunkt in Österreich sowie in Deutschland. Die beiden Auszeichnungen sind jeweils mit 15.000 Euro dotiert. Die Ankündigung erfolgte am 9. September 2026.
Die Preisinitiative versteht sich als grenzüberschreitendes Kulturprojekt und als Zeichen der gemeinsamen literarischen Erinnerung an Ingeborg Bachmann, geboren am 25. Juni 1926 in Klagenfurt. Sie soll die Sichtbarkeit der Gegenwartslyrik erhöhen und den Austausch innerhalb des deutschsprachigen Raums stärken. Beide Regierungen betonen den Charakter des Preises als Würdigung aktueller poetischer Stimmen jenseits nationaler Grenzen.
Zu Verfahren und Zeitplan gaben die beteiligten Stellen zunächst nur einen Rahmen bekannt. Offen sind Details zu Jury, Einreichung und Organisation. Klar ist, dass je ein Preis in Österreich und in Deutschland vergeben wird und dass die Dotierung eine substanzielle Anerkennung für Lyrik darstellt. Mit Blick auf die literarische Praxis werden Auswahlkriterien und die institutionelle Verankerung über die Wirkung des Preises mitentscheiden.
Die Bekanntgabe fällt in ein von zahlreichen Formaten getragenes Bachmann-Jubiläum. Die Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt und der Ingeborg-Bachmann-Preis markieren traditionell einen Fixpunkt der Literaturberichterstattung; 2026 wird das Gedenken zusätzlich von Ausstellungen, Lesungen und Programmschwerpunkten begleitet. Der ORF und weitere Kulturinstitutionen in Österreich und Deutschland haben eigene Reihen und Schwerpunkte zum Doppelanlass von Bachmanns 100. Geburtstag und langjährigen Literaturformaten aufgelegt.
Für die Kulturpolitik Deutschlands und Österreichs ist der neue Preis ein symbolischer wie praktischer Zugriff auf ein Genre, das öffentlich oft weniger Aufmerksamkeit erhält als Prosa. Zugleich knüpft die Auszeichnung an eine dichte institutionelle Landschaft zwischen beiden Ländern an, in der die Bundesregierung, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten regelmäßig kooperieren. Sobald Informationen zu Jury und Ablauf vorliegen, wird der Stellenwert des Österreichisch-Deutschen Lyrikpreises im Preisgefüge des Literaturbetriebs präziser einzuschätzen sein.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).