Berlin

Regenbogen-Bank im Berliner Tiergarten zerstört – Bezirk baut sie ab

Im Berliner Tiergarten ist eine Regenbogen-Bank am Gedenkort für die Opfer des CSD-Anschlags so stark beschädigt worden, dass das Bezirksamt Mitte sie am 1. September abbauen ließ. Die Polizei Berlin ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Eine erst vor wenigen Wochen aufgestellte Regenbogen-Bank im Berliner Tiergarten ist so stark beschädigt worden, dass das Bezirksamt Mitte sie am 1. September abbauen ließ. Die Bank war Teil eines Gedenkorts für die Opfer des CSD-Anschlags in Berlin und sollte einen sichtbaren Ort der Anteilnahme schaffen. Nach Angaben des Bezirksamts bestand durch die Zerstörung eine Gefährdung für die öffentliche Nutzung, weshalb die Entfernung kurzfristig erfolgte.

Der Gedenkort war Anfang August ergänzt worden: Das Bezirksamt Mitte hatte dort einen Baum gepflanzt und die farbige Sitzbank installiert. Die Maßnahmen standen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Christopher Street Day am 25. Juli 2026 in Berlin, nach dem es zahlreiche Trauer- und Solidaritätsbekundungen gegeben hatte. Der zentrale Gedenkort im Tiergarten bleibt unabhängig vom Abbau der Sitzgelegenheit bestehen.

Zu den Umständen der Beschädigung machten die Behörden zunächst keine abschließenden Angaben. Die Polizei Berlin ermittelt wegen Sachbeschädigung. Ob ein gezieltes Vorgehen gegen den Gedenkort oder eine mutwillige Zerstörung ohne politischen Hintergrund vorliegt, ist offen. Ergebnisse der Ermittlungen lagen am Dienstag nicht vor. Nach Medienberichten waren bereits zuvor am Gedenkort niedergelegte Gegenstände teilweise beschädigt oder in Mitleidenschaft gezogen worden.

Das Bezirksamt Mitte stellt in Aussicht, über Ersatzmaßnahmen und einen möglichen erneuten Aufbau der Regenbogen-Bank zu entscheiden, sobald die Polizei Berlin ihre Ermittlungen abgeschlossen hat. Zugleich sollen betroffene Gruppen in die weiteren Schritte einbezogen werden. Maßgeblich sei eine Abwägung zwischen dem Schutz öffentlicher Erinnerung und den Anforderungen an Sicherheit und Ordnung im Tiergarten.

Der Fall lenkt den Blick erneut auf den Umgang mit Erinnerungsorten im öffentlichen Raum. Gedenkzeichen sind prinzipiell frei zugänglich und damit auch anfällig für Beschädigungen. Behörden verweisen darauf, dass zusätzliche Schutzvorkehrungen – etwa bauliche Anpassungen, verstärkte Kontrollen oder eine veränderte Platzierung – jeweils vor Ort geprüft werden müssen. Konkrete Planungen für den Gedenkort im Tiergarten nannte das Bezirksamt Mitte zunächst nicht.

Der CSD-Anschlag am 25. Juli 2026 hatte in Berlin eine breite Debatte über die Sicherheit bei Großveranstaltungen und über den Schutz queerer Communities ausgelöst. Der nun beschädigte Gedenkort sollte einen sichtbaren, niedrigschwelligen Platz für Trauer und Erinnerung bieten. Ob und in welcher Form die Regenbogen-Bank zurückkehrt, bleibt vorerst offen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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