In einem Recyclingbetrieb im Gewerbegebiet von Pfullendorf (Landkreis Sigmaringen) ist es am 1. September 2026 am Morgen zu zwei explosionsartigen Verpuffungen gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden dabei drei Beschäftigte verletzt, einer davon schwer. Die Feuerwehr brachte den Brand unter Kontrolle und sicherte die Anlage.
Die erste Verpuffung ereignete sich kurz nach 7 Uhr im Turm der außerhalb der Werkhalle installierten Absaug- und Filteranlage. In der Folge entzündete sich dort gelagertes Recyclingmaterial. Während der eingeleiteten Löscharbeiten kam es zu einer zweiten Verpuffung mit einer Stichflamme. Die Einsatzkräfte setzten ihre Maßnahmen unter zusätzlicher Absicherung fort und kühlten die betroffenen Anlagenteile.
Ein 54-jähriger Mitarbeiter erlitt schwere Brandverletzungen im Gesicht. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen; nach bisheriger Einschätzung besteht keine Lebensgefahr. Zwei weitere Männer trugen laut Polizeibericht leichte Brandverletzungen im Gesicht und an den Händen davon. Sie wurden mit Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und konnten dieses nach der Behandlung wieder verlassen.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Ursache aufgenommen. Nach den bisherigen Erkenntnissen könnte ein technischer Defekt an der Absaug- und Filteranlage den Brand ausgelöst haben. Endgültige Feststellungen zur Ursache und zum genauen Hergang liegen noch nicht vor. Zuständig ist der Polizeiposten Pfullendorf, übergeordnet das Polizeipräsidium Ravensburg; hinzugezogene Fachleute unterstützen die Spurensicherung an der Anlage. Angaben zur Schadenshöhe machte die Polizei zunächst nicht.
Für Anwohner und die umliegenden Betriebe ergaben sich nach Polizeiangaben keine längerfristigen Gefährdungen; eine Evakuierung des Gewerbegebiets war nicht erforderlich. Die Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz und führte Nachlösch- sowie Sicherungsmaßnahmen an der Anlage durch.
Der Begriff Verpuffung bezeichnet eine sehr schnelle Verbrennung mit kurzzeitiger Druckwirkung und Stichflamme, die jedoch in der Regel eine geringere Sprengwirkung als eine Explosion entfaltet. Auch ohne großflächige Zerstörung können dabei erhebliche Hitzeeinwirkungen entstehen, wie die erlittenen Brandverletzungen zeigen. Behörden prüfen in solchen Fällen regelmäßig neben möglichen technischen Defekten auch die Einhaltung von Sicherheitsvorgaben, Wartungsintervallen und organisatorischen Abläufen im Betrieb. Ob es betriebliche Folgen oder haftungsrechtliche Konsequenzen geben wird, ist offen und Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Die Polizei präzisierte am Vormittag frühere abweichende Erstmeldungen zu den Verletzten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).