Hessen

Rhein stellt UniCredit Bedingungen zur Commerzbank

Hessens Regierungschef Boris Rhein hat UniCredit-Chef Andrea Orcel in Frankfurt getroffen und drei Bedingungen für eine mögliche Übernahme der Commerzbank formuliert: Sitz und Vorstand sollen in Frankfurt bleiben, die Rechtsform als deutsche Aktiengesellschaft erhalten.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat am 3. September 2026 UniCredit-Chef Andrea Orcel in Frankfurt zu einem Gespräch empfangen und dabei zentrale Bedingungen für eine mögliche Übernahme der Commerzbank formuliert. Nach Angaben aus der Staatskanzlei und übereinstimmenden Medienberichten pocht Rhein darauf, dass der rechtliche Sitz und der Vorstand der Bank in Frankfurt verbleiben und die Commerzbank als Aktiengesellschaft deutschen Rechts fortgeführt wird. Zur Begründung verwies die Landesregierung auf Stabilität, Arbeitsplätze und die Rolle Frankfurts als Finanzzentrum.

Das Treffen erfolgte vor weiteren angekündigten Gesprächen zwischen UniCredit und der Bundesregierung. Der Bund hält rund zwölf Prozent an der Commerzbank. Aus Unternehmenskreisen von UniCredit wurde der Austausch als konstruktiv beschrieben; es sei um die beste Vorgehensweise im Interesse der Anspruchsgruppen in Deutschland gegangen. Konkrete rechtlich bindende Zusagen nannte keine Seite.

Hintergrund ist ein seit Monaten andauernder Übernahmekonflikt. UniCredit hat ihre Position bei der Commerzbank ausgebaut und Übernahmeabsichten öffentlich gemacht. Die Commerzbank hatte zuvor in schriftlichen Stellungnahmen Vorbehalte gegen ein aggressives Vorgehen geäußert und im Aufsichtsrat einen Sonderausschuss eingesetzt, der mögliche Optionen prüft. Diese defensive Haltung der Commerzbank ist dokumentiert; sie richtet sich vor allem gegen Schritte, die aus Sicht des Instituts den eigenen strategischen Kurs oder die Unabhängigkeit gefährden könnten.

Offen bleibt, in welcher Form die von Rhein formulierten Forderungen in einen verbindlichen Rahmen überführt werden könnten. Darüber würden weitere Gespräche mit der Bundesregierung, dem Aufsichtsrat der Commerzbank und den Gremien von UniCredit entscheiden. Sollte UniCredit ein formelles Angebot vorlegen, wären kartell- und aufsichtsrechtliche Prüfungen zu erwarten. Zuständig wären neben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die europäische Bankenaufsicht im Rahmen des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus.

Die Interessenlage ist vielschichtig: Das Land Hessen betont die Bedeutung des Standorts Frankfurt und der dortigen Beschäftigten. Die Bundesregierung hat als Anteilseignerin eigenen Einfluss, muss aber zugleich wettbewerbs- und ordnungspolitische Leitplanken beachten. UniCredit verweist auf industrielle Logik und Synergien einer grenzüberschreitenden Bankenintegration. Wie diese Positionen zusammengeführt werden, entscheidet sich in den anstehenden Verhandlungen. Fest steht: Ohne politischen und regulatorischen Rückhalt ist ein Zusammenschluss eines systemrelevanten Instituts wie der Commerzbank nicht zu realisieren.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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