Am 5. September 2026 hat der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) die planmäßige Deichschau an der Westküste abgeschlossen. Entlang von rund 360 Kilometern Landesschutzdeichen an der Nordsee wurden Zustand und Funktionsfähigkeit vor Beginn der Herbststurmfluten überprüft.
Im Fokus standen die Deichkrone und die Böschungen, der Vordeich sowie das Wattvorland. Die Prüfteams hielten Fehlstellen auf der Krone, Abtragungen an den Böschungen und mögliche Eindringstellen für Sickerwasser fest. Zudem wurden Siel- und Schleusenanlagen auf ihre Bedienbarkeit und Dichtigkeit kontrolliert. Uferbefestigungen und Buhnen an besonders beanspruchten Abschnitten erhielten zusätzliche Sichtkontrollen; punktuell kamen Messungen zur Beurteilung der Sickerwasserführung hinzu.
Nach Angaben des LKN.SH ist die Mehrzahl der Abschnitte wehrhaft. Gleichwohl ergaben sich örtliche Mängel, die kurzfristige Sicherungsarbeiten erfordern, etwa das Schließen von Schadstellen in der Grasnarbe, das Nachprofilieren von Böschungen oder die Instandsetzung einzelner Entwässerungsbauwerke. Für größere Vorhaben legt der Landesbetrieb Prioritätenlisten an und speist sie in laufende Programme ein. Maßstab für Umfang und Reihenfolge sind Sicherheitsanforderungen, der bauliche Zustand sowie die Bedeutung der geschützten Flächen.
Die Verantwortung für Unterhaltung und Instandhaltung liegt in Schleswig-Holstein überwiegend beim LKN.SH. An einzelnen Deichlinien übernehmen Deichverbände oder Kommunen die Trägerschaft. Die Ergebnisse der Deichschau fließen in die Einsatzplanung für den Katastrophenschutz ein. Dazu gehören Absprachen mit Kreis- und Kommunalbehörden, den Deichverbänden und Einsatzdiensten sowie die Sicherstellung von Deichbegleitwegen und Zufahrten, damit Personal und Gerät im Alarmfall zügig an kritische Stellen gelangen.
Über die akuten Maßnahmen hinaus bleiben strukturelle Verstärkungen Thema. Landesweit dienen bestehende Planwerke wie der Generalplan Küstenschutz als Rahmen, um Abschnitte mit erhöhtem Bedarf zu identifizieren und zu terminieren. Konkrete Bauzeiträume und Mittelansätze für prioritäre Projekte will der Landesbetrieb in den kommenden Monaten festlegen und mit den Beteiligten abstimmen.
Mit Abschluss der Deichschau ist die Westküste organisatorisch auf die Sturmsaison vorbereitet; gleichzeitig liegen nun belastbare Befunde vor, um verfügbare Mittel gezielt auf jene Abschnitte zu lenken, an denen präventive Arbeiten den größten Sicherheitsgewinn versprechen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).