Am Freitag, 25. September 2026, haben Schülerinnen und Schüler in vielen deutschen Städten gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht und gegen erweiterte Dienstpflichten demonstriert. Unter dem Motto „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ rief ein Aktionsbündnis zu Kundgebungen in rund 80 bis 100 Orten auf. Die Initiatoren bezifferten die Zahl der Teilnehmenden im Anschluss auf bis zu 45.000 bundesweit. Mehrere Polizeibehörden nannten für einzelne Städte deutlich niedrigere Werte.
Aus einzelnen Städten lagen am Abend konkrete, örtliche Polizeimeldungen vor: Für Berlin wurden im nördlichen Innenstadtbereich rund 2.400 Teilnehmende gezählt, für München etwa 700, für Nürnberg 400 und für Frankfurt am Main 180. Diese Angaben beziehen sich auf jeweils getrennte Kundgebungen und Aufzüge. Ein bundesweiter, behördlicher Gesamtwert lag zunächst nicht vor.
Die Proteste richteten sich nach Angaben der Veranstalter gegen eine Rückkehr zu verpflichtenden Diensten im Militär oder in zivilen Bereichen. Rednerinnen und Redner kritisierten, junge Menschen würden in sicherheitspolitische Debatten hineingezogen, ohne dass ihre Interessen ausreichend berücksichtigt würden. Mehrfach wurde gefordert, öffentliche Mittel stärker in Bildung, Prävention und zivile Krisenvorsorge zu lenken. Das Aktionsbündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ fungierte als gemeinsamer Rahmen der Aktionen.
Schulen und Behörden reagierten unterschiedlich. Manche Schulleitungen betonten das Recht auf politische Meinungsäußerung außerhalb der Unterrichtszeit, andere verwiesen auf die Schulpflicht und mögliche Folgen bei unentschuldigtem Fernbleiben. Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisierte Sanktionen gegen demonstrierende Jugendliche. Nach Angaben mehrerer Polizeidienststellen verliefen die Versammlungen überwiegend friedlich; es kam überwiegend zu Verkehrsbehinderungen, aber nur vereinzelt zu Zwischenfällen.
Politisch sind die Demonstrationen Teil einer seit Ende 2025 anhaltenden Debatte über Wehrdienstmodelle und eine mögliche allgemeine Dienstpflicht. In Deutschland ist die Wehrpflicht seit 2011 ausgesetzt; über eine Änderung des Wehrdienstgesetzes wird im politischen Raum wiederkehrend gestritten. Ob und in welcher Form es zu gesetzlichen Neuregelungen kommt, ist offen und Gegenstand weiterer Beratungen im Bundestag.
Die Spannweite zwischen den Zahlen der Organisatoren und den örtlichen Polizeiangaben blieb zunächst erheblich. Eine belastbare bundesweite Bilanz der Beteiligung hängt von weiteren amtlichen Auskünften ab. Klar ist bereits: Die Auseinandersetzung über Wehrdienst und Dienstpflicht mobilisiert bundesweit junge Menschen und hält den Druck auf Politik, Schulen und Verwaltungen aufrecht.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).