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Thüringer Netkom stoppt Glasfaserausbau in fünf Erfurter Ortsteilen

Das Unternehmen hat am 3. September 2026 seine eigenwirtschaftlichen Pläne für Ermstedt, Frienstedt, Schaderode, Töttelstädt und Gottstedt zurückgezogen. Die Stadt Erfurt prüft Alternativen.

Die Thüringer Netkom hat am 3. September 2026 ihre eigenwirtschaftlichen Ausbaupläne für Glasfaseranschlüsse in fünf westlichen Erfurter Ortsteilen gestoppt. Betroffen sind Ermstedt, Frienstedt, Schaderode, Töttelstädt und Gottstedt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer fehlenden Rentabilität des Projekts. Die Ankündigung markiert einen weiteren Rückschlag für den Glasfaserausbau in Erfurt.

Nach Angaben der Thüringer Netkom handelte es sich um ein Vorhaben, das ohne öffentliche Förderung umgesetzt werden sollte. Vereinbarungen mit der Stadt Erfurt und frühere Projektankündigungen sahen einen Ausbau in den genannten Ortsteilen vor. Konkrete Arbeiten hatten zuletzt stockend begonnen oder waren in Vorbereitung; mit der jetzigen Entscheidung werden diese Pläne nicht weiterverfolgt. Eine verbindliche Zusage für einen geförderten Ersatz liegt bislang nicht vor.

Die Stadtverwaltung Erfurt bedauert den Rückzug und kündigt an, kurzfristig Alternativen zu prüfen. Dafür kommen Gespräche mit anderen privaten Netzbetreibern ebenso in Betracht wie Förderanträge bei Land und Bund. Zuständig für die nächsten Schritte sind die zuständigen Fachämter der Stadt Erfurt; über mögliche Vergaben oder Förderkulissen entscheiden die städtischen Gremien und gegebenenfalls das Land Thüringen. Die TEAG, die Muttergesellschaft der Thüringer Netkom, verweist auf parallele Projekte in Thüringen, die teils gefördert, teils eigenwirtschaftlich laufen.

Für Haushalte und Betriebe in den betroffenen Ortsteilen bedeutet der Stopp vorerst weiter eingeschränkte Perspektiven auf glasfaserbasierte Anschlüsse. Schulen, Handwerksbetriebe und andere lokale Einrichtungen hatten auf zeitnahe Anbindungen gesetzt. Ob und wann ein anderer Anbieter einspringt oder eine geförderte Ausschreibung aufgesetzt wird, ist offen. Die Stadt Erfurt will hierzu nach eigenen Angaben zeitnah informieren.

Rechtlich ist der Rückzug möglich, sofern keine gegenteiligen vertraglichen Verpflichtungen bestehen. Die Stadt prüft entsprechende Unterlagen. Branchenweit gilt, dass eigenwirtschaftliche Ausbauten angesichts gestiegener Bau- und Kapitalkosten, Konkurrenz durch parallele Ausbauvorhaben und schwankender Vorvermarktungsquoten zunehmend unter Druck geraten. In Erfurt hatten bereits andere Anbieter ihre Pläne angepasst oder aufgegeben; der aktuelle Schritt der Thüringer Netkom fügt sich in dieses Bild.

Die weitere Entwicklung hängt nun von der Bereitschaft alternativer Betreiber, den Förderbedingungen und der Abstimmung zwischen Stadt und Land ab. Konkrete Zeitpläne für neue Entscheidungen liegen derzeit nicht vor.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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