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Umfrage: Fast jede zweite Notaufnahme in Deutschland überlastet

Eine Blitzumfrage der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin zeigt: Am Stichtag 2. September 2026 meldete fast die Hälfte der befragten Notaufnahmen Überlastung, häufig wegen fehlender Betten und Personalmangel.

Die Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) hat eine am 22. September 2026 veröffentlichte Auswertung einer Blitzumfrage vorgelegt. Für den Stichtag 2. September 2026 meldeten 45,0 Prozent der 271 auswertbaren Rückmeldungen aus Zentralen Notaufnahmen Anzeichen von Überfüllung. Zusätzlich berichteten 60,6 Prozent der Häuser einen Exit-Block, also feststeckende Patientinnen und Patienten, die trotz Behandlungsbedarf nicht auf Station verlegt werden konnten, weil Betten fehlten. 32,1 Prozent gaben an, ihre Kapazität gegenüber integrierten Leitstellen zeitweise erschöpft zu haben.

Nach Angaben der DGINA sind Personalmangel, fehlende stationäre Anschlusskapazitäten und unzureichende regionale Steuerungsmechanismen die zentralen Treiber der Lage. Die Fachgesellschaft ordnet die Selbstmeldungen nach einem international genutzten Schweregradmodell; einzelne Standorte beschrieben schwerwiegende bis kritische Zustände. Als Risiken nennt die DGINA verzögerte Diagnostik, längere Wartezeiten und unterbrochene Behandlungsprozesse, die nach Studienlage die Patientensicherheit beeinträchtigen können.

Die Ergebnisse wurden von mehreren Medien aufgegriffen. Das ZDF-Magazin Frontal und andere Redaktionen berichteten über die Auswertung; das Deutsche Ärzteblatt stellte die zentralen Kennzahlen und die von den Kliniken genannten Ursachen dar. Der Deutschlandfunk fasste die Umfrage so zusammen, dass fast jede zweite Notaufnahme in Deutschland überlastet war.

Politische Bewertungen und Reaktionen der Krankenhausträger fallen unterschiedlich aus. Auf der einen Seite stehen Forderungen nach verbindlicheren regionalen Kapazitätsplänen, schnelleren Verlegungswegen zwischen Kliniken, Entlastung der Notaufnahmen durch bessere Steuerung nicht dringlicher Fälle sowie nach mehr Personal. Auf der anderen Seite verweisen Verantwortliche auf enge Budgets, Fachkräftemangel und den rechtlichen Rahmen, der kurzfristige Umsteuerungen erschwert.

Die DGINA sieht in den Daten einen aktuellen Beleg für eine strukturell angespannte Notfallversorgung. Sie fordert Maßnahmen, die über Einzelaktionen hinausgehen: ausreichend Personal, belegbare Stationärkapazitäten für akute Verlegungen sowie eine verlässliche Koordination zwischen Leitstellen, Rettungsdienst und Kliniken. Konkrete neue Beschlüsse oder zusätzliche Förderprogramme über bereits bekannte Vorhaben hinaus wurden bis zur Veröffentlichung der Auswertung nicht genannt.

Die Umfrage bildet einen definierten 24-Stunden-Zeitraum ab und zeigt damit keine vollständige Jahreslage. Gleichwohl bestätigt sie Berichte aus Kliniken über wiederkehrende Engpässe. Für Patientinnen und Patienten bedeuten Exit-Block und Überfüllung messbare Risiken – für die Häuser verlängerte Durchlaufzeiten, höhere Belastung des Personals und eine geringere Robustheit des Gesamtsystems im Notfall.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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