Der Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns hat am 3. September 2026 die Konzernführung beauftragt, ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des Audi-Standorts Neckarsulm über das Jahr 2034 hinaus zu erarbeiten. Der Beschluss schafft einen Zeitplan und Verhandlungsrahmen, ersetzt jedoch keine Entscheidung über konkrete Produktionszuweisungen, Investitionen oder neue Modelle. Damit bleibt eine spätere Werksschließung als Option bestehen, sollte kein wirtschaftlich belastbares Konzept vorgelegt werden.
Betriebsrat und IG Metall kündigten an, den Prozess eng zu begleiten und auf verbindliche Zusagen zur Beschäftigungssicherung und Auslastung zu dringen. Die Stadt Neckarsulm wertete die Frist als Chance und will gemeinsam mit dem Unternehmen, dem Betriebsrat und dem Land Baden-Württemberg an einer Perspektive arbeiten. Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg, forderte ein klares Bekenntnis zur industriellen Zukunft am Standort und verwies auf die Bedeutung für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und kommunale Finanzen.
Audi verwies auf bestehende Vereinbarungen und die technologische Aufstellung des Standorts als Grundlage für eine Weiterentwicklung. Zugleich betonte das Unternehmen die Notwendigkeit, Fertigungsvolumen, Modellportfolio und Kostenstruktur an die Marktbedingungen anzupassen. In internen Analysen und Medienberichten war zuvor von Enddaten für einzelne deutsche Werke die Rede; für Neckarsulm wurde mehrfach das Jahr 2034 genannt. Eine offizielle Bestätigung dieses Datums als Schließungsbeschluss liegt nicht vor.
Der aktuelle Auftrag des Aufsichtsrats ist damit ein Zwischenschritt: Er eröffnet Spielraum für Verhandlungen über Kapazitäten, mögliche Modellzuweisungen und Investitionsbedarf, ohne eine Standortsicherung zu versprechen. Für die Belegschaft und Zulieferer bedeutet das kurzfristig Planungssicherheit nur insofern, als Gespräche nun gebündelt und terminiert geführt werden. Langfristige Verbindlichkeit entsteht erst, wenn das geforderte Konzept verabschiedet und mit konkreten Produktions- und Investitionsentscheidungen hinterlegt wird.
In den kommenden Wochen sollen Gespräche zwischen Konzernführung, Aufsichtsrat, Betriebsrat, IG Metall, Stadt und Land Eckpunkte klären. Dazu zählen Auslastungsszenarien, Qualifizierungsbedarfe und mögliche Förder- oder Standortfonds. Bis zu einem beschlussreifen Ergebnis bleibt die Lage ungewiss: Ohne neue Modelle oder gesicherte Volumina steigt das Risiko, dass Kapazitäten abgebaut oder Fertigungen verlagert werden. Mit einem belastbaren Konzept ließe sich dagegen eine Perspektive für Audi in Neckarsulm über 2034 hinaus schaffen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).