Im Hardausee bei Suderburg (Landkreis Uelzen) behindern seit dem 7. September 2026 dichte Wasserpflanzenbestände den Bade- und Freizeitbetrieb. Landkreis und Gemeinde meldeten am Montag Einschränkungen für Badende und Wassersportler. Ein geplanter Triathlon wurde kurzfristig angepasst: Der Schwimmteil im See entfällt, die übrigen Disziplinen bleiben bestehen.
Nach Angaben der örtlichen Behörden und der Berichterstattung des Norddeutschen Rundfunks handelt es sich um eine starke Ausbreitung der sogenannten Wasserpest. Gemeint sind vor allem Arten der Gattungen Elodea und Egeria, die sich vegetativ rasant vermehren können. Abgerissene Triebstücke treiben ab, wurzeln neu und bilden in kurzer Zeit dichte, mehrere Meter lange Bestände. An der Badestelle weisen Schilder auf die eingeschränkte Nutzbarkeit und mögliche Gefahren durch Verfangen hin.
Als begünstigende Faktoren nennen Fachstellen erhöhte Nährstoffeinträge aus dem Umland, die warmen Wassertemperaturen des Sommers 2026 sowie die geringe Durchströmung im aufgestauten Abschnitt der Hardau. Diese Kombination verschafft schnellwüchsigen Makrophyten einen deutlichen Vorsprung gegenüber langsameren Arten. Eine abschließende Ursachenanalyse für den Hardausee steht jedoch aus und erfordert belastbare Messreihen.
An der laufenden Überwachung der Badewasserqualität ändert sich nach Angaben des Landkreises Uelzen nichts. Die Probenahmen erfolgen im Rahmen der Badesaison; die Ergebnisse werden im Badegewässer-Atlas Niedersachsen veröffentlicht. Die Wasserpest beeinträchtigt in erster Linie die Nutzung und Sicht, nicht automatisch die hygienische Qualität.
Für den weiteren Umgang prüft die Gemeinde Suderburg in Abstimmung mit dem Landkreis Optionen wie eine zeit- und bereichsweise mechanische Entnahme, abgestufte Nutzungsregeln und langfristige Schritte zur Verringerung von Nährstoffeinträgen im Einzugsgebiet. Größere Räumungen gelten als aufwendig: Sie müssen so geplant werden, dass möglichst wenig Pflanzenmaterial nachwächst oder unkontrolliert verdriftet. Entscheidungen dazu stehen noch aus.
Die Entwicklung im Hardausee reiht sich in Beobachtungen aus anderen deutschen Seen ein, in denen Wasserpest in warmen, nährstoffreichen Jahren besonders stark wächst. Ob und wann der Badebetrieb am Hardausee wieder uneingeschränkt möglich ist, hängt vom Erfolg der abgestimmten Maßnahmen und den Witterungsbedingungen der nächsten Wochen ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).